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1222 Artikel

NZZ – künftig sonntags wie werktags?

Vorfreude bei der „Weltwoche“ über den Wechsel in der Chefredaktion der „NZZ am Sonntag“: Er setze dem „bunt-grünen Jekami“ ein Ende. Man mochte dem NZZ-Verwaltungsrat bisher zugute halten, dass er es für verlagspolitisch sinnvoll erachte, ein eigenes Profil der „NZZ am Sonntag“ zuzulassen. Es wird sich bald zeigen, ob der neue Chefredaktor Jonas Projer den Auftrag hat – und ausführt -, damit Schluss zu machen. Jedenfalls ist der Vorgang im Zusammenhang der Entwicklung und des Erneuerungsbedarfs des schweizerischen Mediensystems zu sehen.

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Börsenäquivalenz, Forschungsprogramme, Impfpass – die Schweiz auf dem Weg zum Drittstaaten-Status.

Die Bereitschaft der EU, die Schweiz an der Impfpass-Freizügigkeit teilhaben zu lassen, deutet darauf hin, dass sie auch nach dem Scheitern des Institutionellen Rahmenabkommens bereit sein könnte, die Schweiz integriert zu halten, sofern es im eigenen Interesse der EU ist. Schweizer Touristinnen und Touristen sind in den EU-Mitgliedstaaten willkommen.

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Uiguren: Einsatz des Westens ohne Unterstützung islamischer Staaten.

Der Einsatz für die Uiguren, insbesondere der Einsatz der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten, hat zu einem eskalierenden Konflikt mit China geführt. Menschenrechtspolitik ist kompromissfeindlich. Aber es ist nicht selbstverständlich, dass die europäischen Demokratien die Frontstellung des Kampfes für die Rechte dieses muslimischen Volkes einnehmen, wenn sie aus der islamischen Welt nicht unterstützt werden.

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Beziehungen zwischen Russland und Westeuropa – zwischen Nawalny und Sputnik V.

„Russ­land hat nach eige­nen Anga­ben Verein­ba­run­gen zur Produk­ti­on seines Corona-Impf­stoffs Sput­nik V in Deutsch­land und ande­ren euro­päi­schen Ländern getrof­fen“, meldet die „Frankfurter Allgemeine“ am 16.3.21. „Damit wolle man den Beginn von Liefe­run­gen des russi­schen Vakzins an euro­päi­sche Länder sicher­stel­len, wenn eine Zulas­sung in Europa vorlie­ge.“

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Wahljahr in Deutschland: Auf die Liberalen kann ein schwerer Entscheid zukommen.

2017 weigerte sich die deutsche FDP, in eine Koalitionsregierung mit Union und Grünen einzutreten. Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz lassen es als möglich erscheinen, dass die Liberalen nach der Bundestagswahl vom 26. September dieses Jahres erneut vor der Koalitionsfrage stehen – aber gegenüber erstarkten Grünen, und vielleicht ohne Unionsparteien.

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Das Wichtigste gehört an die Urne – auch in der Europapolitik.

Dass die wichtigsten Entscheidungen in der Schweiz an der Urne gefällt werden sollen, findet wohl fast hundertprozentige Zustimmung. Aber jetzt, wo es um das Institutionelle Rahmenabkommen geht – eine europapolitische Weichenstellung von grösster Bedeutung -, zeichnet sich ab, dass die Regierung allein entscheidet. Nur schon eine Beratung im Parlament ist offenbar nicht erwünscht, und ein Volksentscheid erst recht nicht.

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Rahmenabkommen – Thomas Cottier: Volksentscheid! Eric Gujer: Übungsabbruch!

Volk und Stände haben erst letztes Jahr die „Begrenzungsinitiative“ (Kündigungsinitiative) der SVP deutlich abgelehnt, um die bilateralen Beziehungen zur EU intakt zu halten. Auch der Entscheid über das Institutionelle Rahmenabkommen wird sich auf diese Beziehungen auswirken – ein guter Grund für eine Volksabstimmung. – Am selben Tag, dem 6. März 2021, fordert Professor Thomas Cottier das Recht des Volkes zum Entscheid ein und empfiehlt NZZ-Chefredaktor Eric Gujer dem Bundesrat einen „überfälligen“ Übungsabbruch. Aber Gujer fügt bei: „Nach den Verhandlungen ist vor den Verhandlungen.“

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