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Fall „NZZ am Sonntag“: Wir sind nicht hilflos gegen Fehlentwicklungen in der Medienlandschaft.

Wenn der NZZ-Verlag eine Marktlücke öffnet, indem er die „NZZ am Sonntag“ durch den Wechsel in der Chefredaktion auf den Kurs der Leitung der NZZ des Werktags zwingt, muss er mit Kräften rechnen, die diese Lücke füllen: Durch Weiterentwicklung eines bestehenden oder durch Schaffung eines neuen Angebots. Online oder gedruckt, wohl eher online. Es gibt Beispiele dafür.

In Zürich wurde die „Republik“ geschaffen – und kann sich halten.

In Genf:

– „Heidi.news“ trat auf und wurde auf eine solide finanzielle Basis gestellt. (Heidi ist übrigens ein gelungenes, sprachentolerantes Wortspiel aus der Romandie: „High Definition“, H.D., soll der Anspruch an die Qualität der journalistischen Arbeit sein.)

– Die traditionsreiche Qualitätszeitung „Le Temps“ wurde durch eine Genfer Stiftung dem Ringier-Verlag abgenommen, nach Genf zurückgeführt und so wohl gerettet.

– Weitere Beispiele gibt es in Basel und Bern*.

Die Deutschschweizer Zivilgesellschaft kann die Lücke füllen, welche der NZZ-Verlag öffnet, wenn er der „NZZ am Sonntag“ ihr eigenes Profil nimmt.

Hierzu auch: „NZZ – künftig sonntags wie werktags?“ (Link)

* „Medien: Konzentration und Abbau wecken Kräfte der Erneuerung. Neustes Beispiel in Bern.“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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