Orwell schrieb dieses Werk aus eigenem Erleben in Burma, aber nicht autobiografisch. Eine grosse Stärke liegt darin, dass er vor Augen führt, wie der Kolonialismus nicht nur für die unterworfene Bevölkerung ein Verhängnis, sondern auch für die Kolonialisten zwar ökonomisch interessant – „Diebstahl“ wirft die zentrale britische Romanfigur seinem Land und seinen Landsleuten vor -, menschlich aber zerstörerisch war. Sie verfallen buchstäblich einer alkoholgetriebenen Verblödung. Unter massivem rassistischem Konformitätsdruck gehen letzte Reste individueller Moral vor die Hunde. Hervorzuheben ist der allgegenwärtige Missbrauch der einheimischen Frauen. Orwell entlarvt die beschönigende Ideologie von „White Man’s Burden“, der angeblichen Pflicht des Weissen Mannes, die kolonisierten Völker auf eine höhere Kulturstufe zu heben. Er stellt aber auch dar, dass es Exponenten der asiatischen Bevölkerung gab, die eine entsprechende Entwicklungserwartung hegten.
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