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Neu herausgegeben: George Orwells „Tage in Burma“.

Wer heute betroffen ist vom Leiden des burmesischen Volkes unter der Gewalt der Militärdiktatur, wird in George Orwells „Tage in Burma“ lebensnah die verhängnisvolle Prägung dieses Landes durch den Kolonialismus erfahren. Das bedeutende Werk wurde soeben durch den Dörlemann-Verlag, neu übersetzt und mit einem erläuternden Nachwort von Manfred Papst, wieder aufgelegt.

Orwell schrieb dieses Werk aus eigenem Erleben in Burma, aber nicht autobiografisch. Eine grosse Stärke liegt darin, dass er vor Augen führt, wie der Kolonialismus nicht nur für die unterworfene Bevölkerung ein Verhängnis, sondern auch für die Kolonialisten zwar ökonomisch interessant – „Diebstahl“ wirft die zentrale britische Romanfigur seinem Land und seinen Landsleuten vor -, menschlich aber zerstörerisch war. Sie verfallen buchstäblich einer alkoholgetriebenen Verblödung. Unter massivem rassistischem Konformitätsdruck gehen letzte Reste individueller Moral vor die Hunde. Hervorzuheben ist der allgegenwärtige Missbrauch der einheimischen Frauen. Orwell entlarvt die beschönigende Ideologie von „White Man’s Burden“, der angeblichen Pflicht des Weissen Mannes, die kolonisierten Völker auf eine höhere Kulturstufe zu heben. Er stellt aber auch dar, dass es Exponenten der asiatischen Bevölkerung gab, die eine entsprechende Entwicklungserwartung hegten.

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Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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