Die Schrecken des Nationalsozialismus sind kein rhetorischer Werkzeugkasten
Entgegnung von Beat Flach*, Gastautor von „PolitReflex“, auf den Artikel «Die Heuchler von Oslo» von Markus Somm im Tages-Anzeiger vom 11. Oktober 2026.
Entgegnung von Beat Flach*, Gastautor von „PolitReflex“, auf den Artikel «Die Heuchler von Oslo» von Markus Somm im Tages-Anzeiger vom 11. Oktober 2026.
Nach vielen Jahren konnten wir wieder eine Woche in London verbringen. Dabei fiel uns auf, wie wir auf Schritt und Tritt an Kriege erinnert werden, die Grossbritannien und kontinentaleuropäische Grossmächte über Jahrhunderte hinweg immer wieder gegeneinander führten.
Wenn sich Freunde Putins und der AfD auf Willy Bretscher berufen.
Seit Wochen führt die Weltwoche mit Zitaten des früheren NZZ-Chefredaktors und freisinnigen Nationalrats Willy Bretscher (1897 – 1992) Kampagne für Blochers „Neutralitätsinitiative“.
Willy Bretscher kann sich nicht dagegen wehren…
Am 24. August 2025 jährte sich der Todestag des Schriftstellers Ernst Wiechert zum 75. Mal. Am 30. August 2025 führte die Lesegesellschaft Stäfa einen Anlass des Gedenkens an ihn durch. Er hatte seine letzten Lebensjahre in dieser Zürichseegemeinde verbracht. Auch eine Delegation der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft (IEWG) nahm teil.
Diese Wiederbeschäftigung mit Wiechert führte vor Augen, wie aktuell sein Leben und sein Werk sind, wieviel er uns heute wieder zu sagen hat. Dies ermutigt die IEWG, sich zu aktivieren. Hierzu gehört auch die Bildung von Freundeskreisen ausserhalb Deutschlands.
Roger Köppel in der „Weltwoche“ vom 13.8.26: „Erstens war Guisans Réduit erfolgreich und bezweckte, Unabhängigkeit und Neutralität der Schweiz zu schützen.“
Hierzu drei Bemerkungen.
Hortung von Nazi-Gold, Forderung nach dem „J“-Stempel in jüdischen Pässen – Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Aussenministeriums wirbt damit für Blochers Neutralitätsinitiative: „Das ist die ‹flexible Neutralität›, die in Bern propagiert wird. Sie biegt sich dorthin, wo es nützt. In den 1940er Jahren bog sie sich in Richtung Berlin. Heute biegt sie sich in Richtung Kiew und Brüssel“ (NZZ, 5.8.26). Sacharowa beruft sich explizit auf den Bergier-Bericht. – Damit regt sie allerdings zu einem Vergleich an, wie die Schweiz und Russland mit ihrer Vergangenheit umgehen.
Bewaffnet zu sein, genügt im Angriffsfall nicht. Gefordert ist Fähigkeit zur Verteidigung. Deshalb ist illusionslos zu klären: Genügt die Bewaffnung, die sich der Kleinstaat leisten kann und will, für seine Verteidigung? Was, wenn nicht?
Am 20. Juli gedenkt man in Deutschland des Widerstands gegen Hitler. Denn am 20. Juli 1944 scheiterte ein Bombenanschlag des Generalstabs-Obersten Claus Schenk von Stauffenbergs auf Adolf Hitler. In der Folge brachten die Nazis zahlreiche Widerständige um. Deren Nachfahren warnen nun vor dem Wiederaufstieg Rechtsextremer, insbesondere vor Staatsmacht für die AfD.
PolitReflex sprach sich wiederholt dafür aus, Nachfahren des Widerstands gegen Hitler und Verantwortlichen für Stätten des Gedenkens an die Verbrechen des Nationalsozialismus Gehör zu geben und besondere Glaubwürdigkeit zu attestieren, wenn sie vor neuem Rechtsextremismus warnen (siehe Anhang). Heute sei auf eine Erklärung hingewiesen, die am 16. Juli 2026 in der „Frankfurter Allgemeinen“ unter dem Titel „Andenken heisst heute, Haltung zu zeigen“ erschien.
Ein Wort Gottfried Kellers für unsere Zeit.
Gastbeitrag des Wirtschaftshistorikers Adrian Knoepfli*, für PolitReflex verfasst anlässlich des Erscheinens von „Schaffhauser Migrationsgeschichte seit dem Zweiten Weltkrieg“**, deren Mitautor er ist.
Meldungen über einen weiteren Anstieg der Unterstützung rechtsextremer Parteien in Umfragen kommen in rascher Abfolge. Kriegsentwöhnte Wählerinnen und Wähler, welche AfD und FPÖ unterstützen, befürchten offenbar nicht, dass eine rechtsextreme Regierung ihr Land in einen revanchistischen Krieg um Elsass-Lothringen beziehungsweise Südtirol stürzen würde.