Sie befinden sich hier:
436 Artikel

Rechtskommission des Ständerats sucht Auseinandersetzung mit dem Journalismus.

Das hat das Potenzial für einen Vertrauenstest an der Urne: Die Streichung eines Wortes in der Zivilprozessordnung soll dazu führen, dass Gerichte öfter das Erscheinen eines Medienberichts provisorisch verbieten können. Die Antragsteller müssen sich entscheiden: Wollen sie dieses Vorhaben verharmlosen – oder forsch vor Parlament und Volk treten mit der Botschaft, die Medienfreiheit gehe zu weit und müsse wirksam eingeschränkt werden?

Weiterlesen »

Ein Rating der Wissenschaftskompetenz als Entscheidungshilfe für Wählerinnen und Wähler?

Epidemiologe Marcel Salathé arbeitet an einem Rating der Digital- und Wissenschaftskompetenz von Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Wir erleben aber gerade, dass verschiedene wissenschaftliche Fachrichtungen unterschiedliche politische Prioritäten nahelegen. Auf welche Fachrichtungen werden die Parlamentarierin, der Parlamentarier wie sehr hören müssen, um im Rating gut abzuschneiden? Und auf wen bei Uneinigkeit innerhalb einer Fachrichtung?

Weiterlesen »

Bundesratswahlen: Die SVP und die arithmetische Konkordanz.

Die SVP könnte den Grünliberalen zu einem bisherigen FDP-Sitz im Bundesrat verhelfen, zieht Parteipräsident Marco Chiesa in Betracht. In der gleichen Stellungnahme bekennt er sich zur arithmetischen Konkordanz, also zur Verteilung der Bundesratssitze nach Wählerstärke. Was aber, wenn nach den Wahlen 2023 die Grünen einen höheren Stimmenanteil haben als die Grünliberalen? Schon Chiesas Vorgänger Albert Rösti distanzierte sich von der reinen Arithmetik.

Weiterlesen »

Corona-Erfahrungen – Anlass zur Prüfung unserer Bereitschaft für andere Krisen.

Auf die Welt, auf Europa, auf die Schweiz können Krisen zukommen, die ebenso gross, vielleicht folgenschwerer sind als Corona, und länger, vielleicht unabsehbar, dauern: Ein Grosskrieg, entbrannt zum Beispiel um Taiwan oder die Ukraine, oder im Nahen Osten, oder zwischen China und Indien, der zu einem Einbruch der Weltwirtschaft, vielleicht auch zu weiträumiger Verfrachtung von Radioaktivität führt. Eine Beschleunigung der Klimaveränderung, die tief ins Alltagsleben durchschlägt und neue Migrationsströme auslöst. Eine nächste Pandemie durch andere Erreger. Oder für die Schweiz auch „nur“ eine soziale Krise durch Verluste von Marktanteilen in Europa infolge eines Niedergangs der bilateralen Beziehungen zur Europäischen Union.

Weiterlesen »

Wer einen anderen Bundesrat will, muss eine Mehrheit bilden.

So verständlich es ist, so überraschend ist es doch: FDP-Präsidentin Petra Gössi hat die SVP an einer ausserordentlichen DV aufgefordert, den Bundesrat zu verlassen, wenn sie nur noch Opposition sein wolle. Aber wer eine andere Regierung will, muss hierfür eine parlamentarische Mehrheit bilden. Es ist Zeit, sich auch in der Schweiz mit dieser Anforderung vertraut zu machen.

Weiterlesen »

Jetzt formt sich die Beziehung vieler junger Menschen zur Politik.

Die Jungparteien von Mittepartei, Grünliberalen, SP, Grünen und EVP fordern in einem Brief an den Bundesrat, dass die Jugend an der Corona-Politik mitwirken kann*. Dafür verdienen sie Unterstützung, Anerkennung und Dank. Denn die Erfahrungen mit Corona, Klimawandel und Europapolitik formen derzeit die Beziehung vieler junger Menschen zur Politik.

Weiterlesen »

Fall „NZZ am Sonntag“: Wir sind nicht hilflos gegen Fehlentwicklungen in der Medienlandschaft.

Wenn der NZZ-Verlag eine Marktlücke öffnet, indem er die „NZZ am Sonntag“ durch den Wechsel in der Chefredaktion auf den Kurs der Leitung der NZZ des Werktags zwingt, muss er mit Kräften rechnen, die diese Lücke füllen: Durch Weiterentwicklung eines bestehenden oder durch Schaffung eines neuen Angebots. Online oder gedruckt, wohl eher online. Es gibt Beispiele dafür.

Weiterlesen »

NZZ – künftig sonntags wie werktags?

Vorfreude bei der „Weltwoche“ über den Wechsel in der Chefredaktion der „NZZ am Sonntag“: Er setze dem „bunt-grünen Jekami“ ein Ende. Man mochte dem NZZ-Verwaltungsrat bisher zugute halten, dass er es für verlagspolitisch sinnvoll erachte, ein eigenes Profil der „NZZ am Sonntag“ zuzulassen. Es wird sich bald zeigen, ob der neue Chefredaktor Jonas Projer den Auftrag hat – und ausführt -, damit Schluss zu machen. Jedenfalls ist der Vorgang im Zusammenhang der Entwicklung und des Erneuerungsbedarfs des schweizerischen Mediensystems zu sehen.

Weiterlesen »

Das Wichtigste gehört an die Urne – auch in der Europapolitik.

Dass die wichtigsten Entscheidungen in der Schweiz an der Urne gefällt werden sollen, findet wohl fast hundertprozentige Zustimmung. Aber jetzt, wo es um das Institutionelle Rahmenabkommen geht – eine europapolitische Weichenstellung von grösster Bedeutung -, zeichnet sich ab, dass die Regierung allein entscheidet. Nur schon eine Beratung im Parlament ist offenbar nicht erwünscht, und ein Volksentscheid erst recht nicht.

Weiterlesen »