Die Unzufriedenheit mit dem Corona-Krisenmanagement ist verbreitet – aus ganz unterschiedlichen, zum Teil gegensätzlichen Gründen. Es geht jetzt nicht um eine weitere verbale Prügelattacke auf die Behörden. Aber bei allem Respekt vor ihren überraschenden, schwierigen Aufgaben: Es wurden grundsätzliche und spezifische Mängel der Krisenvorbereitung erkannt.
Die Krisenvorbereitung muss als Querschnittsaufgabe neu angepackt werden. Das betrifft Frühwarnsysteme, beschleunigte politische Entscheidverfahren, Kommunikation mit Medien und Bevölkerung, aber auch praktische Vorbereitungen wie Lagerhaltung, Verteilung knapper Güter, Unterstützung von Heimen und Spitälern.
Wir müssen uns auch damit befassen, dass die Corona-Krise auch in der Schweiz – trotz grosser Bereitschaft weiter Teile der Bevölkerung zum Zusammenstehen – auf der Stufe der Parteien und Verbände Radikalisierung und Polarisierung gefördert hat. Oft hört man jetzt die zutreffende Feststellung, dass Krisen Schwächen blosslegen, die schon vorher bestanden. Die schweizerische „Konkordanz“, missverstanden als sachpolitisch bedingungsloser Anspruch von vier Parteien auf Bundesratssitze, zeigt sich mehr denn je als Treiberin der Polarisierung.
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Empfehlung:
Georg Häsler Sansano: „Der Bund hat aus den Fehlern im Krisenmanagement wenig gelernt“ (NZZ 14.1.21, Link)