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Zur Vorbereitung auf eine zweite Welle: Bundesrat Berset ist gefordert.

In einer zweiten Corona-Welle sollen Einschränkungen, Schliessungen, Quarantänen, Ausgehverbote nicht gesamtschweizerisch, sondern durch die Kantone für regionale und lokale Problemlagen angeordnet werden – in Absprache mit dem Bund („NZZ am Sonntag“ 14.6.20, S. 1). Dadurch würde dessen Aufgabe noch vielfältiger und somit anspruchsvoller als in der ersten Welle. Das Bundesamt für Gesundheit steht jedoch unter immer stärkerer Kritik, die dank Öffentlichkeitsgesetz nun auch mit Dokumenten untermauert wird („SonntagsZeitung“ 14.6.20). Und der Streit zwischen Epidemiologen und Daniel Koch unterhöhlt das Vertrauen in Wissenschaft und Verwaltung, das in einer zweiten Welle nötiger denn je wäre.

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Was tun, damit nicht immer mehr Menschen einen Heimeintritt unbedingt vermeiden wollen?

Viele pflegebedürftige Menschen leben zufrieden in einem Alters- und Pflegeheim, werden dort gut gepflegt und betreut. Aber der Widerwille, selber in ein Heim einzutreten oder den Eintritt einer nahestehenden Person zu befürworten, scheint sich auszubreiten. Erfahrungen der Isolation von Heimbewohnerinnen und -bewohnern in der Corona-Krise verstärkt diesen Trend. Er ist fatal und muss beeinflusst werden.

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Wird sich die Corona-Erfahrung auf die Diskussion über eine Erhöhung des Rentenalters auswirken?

Viele sehr aktive, leistungsfähige Menschen über 65 Jahren wurden zu Beginn der Corona-Krise überrumpelt durch die Einstufung als Risikogruppe: Sie wurden angewiesen, zuhause zu bleiben, als wären sie bereits im vierten Lebensalter. Einige begannen sich vielleicht erstmals mit der Schwächung des Immunsystems zu befassen. Sie beginnt nicht erst mit 65. Was bedeutet dies für die Beurteilung einer allfälligen Erhöhung des Rentenalters?

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Wenn gewählte Verantwortliche bei Experten-Dissens entscheiden müssen

Die Überprüfung des Corona-Krisenmanagements durch die parlamentarischen Geschäftsprüfungskommissionen hat begonnen, und sie wird wohl aufzeigen, dass der Bundesrat nicht immer nach Expertenmeinungen entschied, die sich nachträglich als richtig herausstellten. Aber die Expertenmeinungen, die die Sonntagspresse an Pfingsten 2020 präsentiert, zeigen erneut drastisch, wie schwierig dies sein kann.

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Über 65 – aber systemrelevant

Hoffentlich nimmt kaum jemand Anstoss daran, dass in der Sondersession der Eidgenössischen Räte Ueli Maurer (Jahrgang 1950) seine Bundesratsgeschäfte vertritt und Hans Stöckli (Jahrgang 1952) den Ständerat präsidiert. Wahrscheinlich werden noch andere Angehörige der „Risikogruppe über 65“ mitwirken. Man hat ihnen die Teilnahme an der Session freigestellt, aber sie trauen sich zu – und es wird ihnen zugetraut -, sich eigenverantwortlich zu schützen.

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„Sterben lassen!“ – Höchste Zeit, sich dieser Forderung zu stellen.

„Sterben lassen!“ Bis jetzt wurde diese Forderung meist erst zurückhaltend vertreten. Jetzt kommt sie enttabuisiert und knüppeldick daher: „Es gehen Milliarden von Franken verloren für ein paar Hundert weniger Tote“ (Sami Sawiris, Hotel Chedi Andermatt, in der SonntagsZeitung vom 3.5.20). „Ab jetzt darf es nur noch eine Richtung geben: zurück zu einer neuen Art der Normalität, die so wirtschafts- und damit auch lebensfreundlich ist wie nur möglich“ (Andreas Kunz, Redaktionsleiter desselben Blattes).

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„Recht haben“ in der Corona-Krise

Dass wir in Zielkonflikten entscheiden müssen, ist Realität und lässt sich nicht vereinfachen. Ist man sich bewusst, dass in einem Zielkonflikt entschieden werden musste, verdient der Entscheid Respekt, wenn er in gleichmässiger Beachtung der gegenläufigen Informationen und nicht einäugig, unter Ausblendung störender Fakten, fiel.

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Generationenbeziehungen: Bei wachsenden Spannungen werden gute Beispiele wichtiger

Pro Senectute muss es wissen. Die Fach- und Dienstleistungsorganisation für das Alter stellt fest, dass Menschen im dritten und vierten Lebensalter vermehrt unter Druck kommen, und sieht sich zu Massnahmen veranlasst. – Ludwig Hasler, mediengewandter Philosophie-Senior, giesst in der „NZZ am Sonntag“ Öl ins Feuer: „Respekt für die Alten – wofür?“ Kommt aber dann zum Schluss, Erfahrung sei „so wichtig. (…) Wenn wir die Erfahrung der Alten vereinen könnten mit dem frischen Wissen und dem Draufgängertum der Jungen, ja dann wäre so etwas wie Rettung möglich, verzeihen Sie mir das bisschen Pathos. Voraussetzung dafür aber wäre, dass sich die Jungen und Alten heftig füreinander interessierten. Und da sehe ich dann doch etwas schwarz.“

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Zweite Welle? Vorausdenken, um Panik vorzubeugen.

Eine zweite Welle von COVID-19-Infektionen ist möglich. Das bestreitet niemand. Aber es ist erstaunlich, dass man kaum etwas hört und liest, ab welchem Wiederanstieg der Infektionszahlen man Öffnungen widerrufen würde, und wie es dann in unserer Gesellschaft und Wirtschaft weiterginge.

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Eine Chance für gute und kooperative Beziehungen zwischen den Generationen

Die Coronakrise weckt Befürchtungen, dass sich die Beziehungen zwischen den Generationen stark verschlechtern, dass sie sogar verrohen. Anlass dafür sind die Debatten über die Alterstriage in den Intensivstationen und über unsolidarisch riskantes Verhalten von Teilen der Menschen im dritten und vierten Lebensalter. Dennoch ist nicht zu verkennen, dass ein grosser Teil der Bevölkerung gute Generationenbeziehungen pflegt und sich dafür einsetzen wird, diese weiterzuführen. Vielleicht steht ein Kampf bevor, aber die Chancen, ihn zu gewinnen, sind intakt.

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Ausgangssperre – wie ginge das?

Wenn „wir“ heute Sonntag oder an Ostern versagen – werden „wir“ dann eingesperrt? Einige scheinen damit zu rechnen. Bundesrat Alain Berset erweckt in einem Interview erfreulicherweise einmal mehr den Eindruck, dass er lieber keine Ausgangssperre, sondern auch vor und nach Ostern weiterhin auf Empfehlungen und Selbstverantwortung setzen möchte. Aber denken wir trotzdem schon einmal über den Vollzug einer Ausgangssperre nach.

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