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Unsere Gesellschaft braucht die Mitarbeit leistungsfähiger Menschen über 65 – jetzt erst recht

Eveline Widmer-Schlumpf, Präsidentin von Pro Senectute Schweiz, wendet sich erneut gegen die Einstufung aller Menschen ab 65 Jahren als Risikogruppe: „Zieht man die Grenze bei 65, werden jene faktisch aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen, die jetzt besonders gefragt sind: die aktiven, fitten Seniorinnen und Senioren.“ – Sie setzt sich auch für die Menschen ein, die in Heimen leben: „Was nicht mehr sein sollte, ist, dass man sie flächendeckend und für längere Zeit einschliesst. Einsamkeit ist eine Qual.“ Und sie appelliert „an alle, in dieser Zeit ganz besonders den Kontakt zu älteren Personen zu pflegen – und zwar regelmässig. Viele Seniorinnen und Senioren haben inzwischen auch gelernt mit Videotelefonie umzugehen.“

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Corona: Vertrauensbildung stärken – unabhängig von der Härte der kommenden Massnahmen

Die im internationalen Vergleich besonders rasante Ausbreitung des Corona-Virus in der Schweiz lässt sich meines Erachtens nur dadurch erklären, dass viel weniger Menschen von der Notwendigkeit präventiven Verhaltens überzeugt sind, als die öffentlichen Protesthandlungen vermuten lassen. Die demokratische und freiheitliche Qualität des Misstrauens zeigt eine krasse Kehrseite. Dazu kommt, dass sich viele Menschen für ihre Lebensweise und gegen Armutsrisiko wehren – laut durch Protest oder leise durch Verweigerung. Dass Schweizerinnen und Schweizer widerständiger sind als Angehörige anderer Nationen – das ist Teil eines verbreiteten Nationalstolzes.

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Update 23.10.2020: Wirtschaftsfreundlich – eine Frage des Zeithorizonts. Am Beispiel Corona.

Deutschland hat die Schweiz auf die Risikoliste gesetzt. Und in der Schweiz werden Versammlungen, Sitzungen, Veranstaltungen reihenweise abgesagt. Homeoffice breitet sich wieder aus. Viele Einzelpersonen reduzieren freiwillig ihre Präsenz in der Gemeinschaft, ihre Kontakte, ihre Restaurantbesuche. Diese und andere Auswirkungen der Pandemie-Entwicklung schaden der Wirtschaft. War die Corona-Politik zu wenig wirtschaftsfreundlich?

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Wenn sich am Arbeitsplatz eine Krankheit bemerkbar macht. Zum Beispiel eine Demenz.

Wenn die Leistungsfähigkeit, die Zuverlässigkeit, das Erinnerungs- oder Orientierungsvermögen einer oder eines Mitarbeitenden oder Vorgesetzten allmählich zurückgeht, sind die ersten Reaktionen des Arbeitsumfelds oft ungerecht, kränkend, belastend. Es kann zur Kündigung kommen, bevor an eine medizinische Abklärung gedacht wird. Mit einer Publikation „Demenz und Arbeitsleben“* gibt Alzheimer Schweiz nun Rat, wie Firmen, Arbeitnehmerin, Arbeitnehmer und Angehörige im gemeinsamen Interesse besser mit solchen Schicksalsschlägen umgehen können. Zu wünschen und zu hoffen ist, dass sie bei Firmen und Verbänden auf Interesse stösst, und dass Alzheimer Schweiz in der Folge auf gute Beispiele hinweisen kann.

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Nutzen wir die Chance für gute, kooperative Generationenbeziehungen

Aus dem Credit Suisse Jugendbarometer 2020*: „Obwohl noch Jahrzehnte von der Pension entfernt, sehen Junge in der Schweiz die Zukunft der Altersvorsorge als das grösste Problem des Landes an. Die aktuelle Krisensituation, so die Wahrnehmung der Jungen, hat den Reformdruck bei der Altersvorsorge noch verstärkt – rund die Hälfte der Befragten nennt dieses Problem. An zweiter und dritter Stelle auf der Sorgenliste folgen die Bewältigung der Corona-Pandemie und der Umwelt- und Klimaschutz.“

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Was bedeutet die Kündigungsinitiative für die Pflege der Alten und Kranken?

Die SVP wirbt um die Zustimmung des Pflegepersonals und Aller, denen gute Pflege der Alten und Kranken ein Anliegen ist, für ihre Kündigungsinitiative („Begrenzungsinitiative“): Nach deren Annahme sollten die Löhne der Pflegenden steigen. Das verdient eine Diskussion mit den Verantwortlichen des Gesundheitswesens – von denen einige der SVP angehören, zum Beispiel als Gesundheitsdirektor, als Präsident des Krankenversicherungsverbands Santésuisse, als Gemeinderätin, Gemeinderat, Mitglied des Verwaltungs- oder Stiftungsrats eines Heims oder Spitals.

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Die Maske – und unser Eigensinn, auf den wir doch stolz sind

Eigensinn gehört zum Selbst- und Wunschbild, das wir Schweizer und Schweizerinnen von uns haben. Dieser „Nationalcharakter“ führte dazu, dass die Maske bis jetzt ein Accessoire einer Minderheit blieb. Nun hat der Bundesrat eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr beschlossen. Damit beginnt ein faszinierendes Experiment mit dem „Nationalcharakter“.

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„Warnphase einlegen“ – ist diese Empfehlung noch haltbar?

Am 15. Mai hiess es im PolitReflex: „Nicht nur Corona, sondern auch die Auswirkungen von Freiheitsbeschränkungen, erst recht eines umfassenden Lockdowns, sind ernst zu nehmen. Deshalb sollte eine Warnphase geplant werden, bevor wieder starke Einschränkungen verordnet werden.“ Ist das noch haltbar, angesichts einer grossen Bevölkerungsmehrheit, die das Maskentragen auch in engen Verhältnissen verweigert?

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