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Die Masken-Erfahrung: Wenn alle müssen, unterzieht man sich

Die Erfahrung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr ist noch eindrücklicher ausgefallen, als zu erwarten war: Die Anordnung wird offenbar bisher so gut wie widerstandlos befolgt. Weshalb brauchte es das Obligatorium? Kann man künftig noch auf Eigenverantwortung setzen, wenn es drauf ankommt? Was bedeutet diese Erfahrung für andere Politikbereiche, etwa die Klimapolitik?

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Nach Corona gehöre die Zukunft der Sozialdemokratie – vielleicht eine Illusion

„Face aux menaces sérieuses, le laisser-faire et l’individualisme sont inopérants, constate le conseiller national Roger Nordmann (VD/PS). L’expérience de la pandémie permet d’affirmer que l’avenir est à la social-démocratie.“ („Le Temps“, 27 mai 2020). Die Hoffnung und Erwartung des SP-Fraktionschefs entspricht der Befürchtung Wirtschaftsliberaler wie des Chefs der NZZ-Inlandredaktion, Michael Schoenenberger*. Klar vorhersehbar ist die Entwicklung allerdings nicht.

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Geteilte Krisenführung zwischen Regierung und Parlament – welche Anforderungen würde dies stellen?

Es ist verständlich: Die ungewohnte Erfahrung, dass der Bundesrat in der ersten Phase der Corona-Krise allein führte, lässt Forderungen laut werden, das Parlament müsse das Heft in die Hand nehmen. In einer künftigen Krise müsse es von Anfang an an der Führung beteiligt sein. Nimmt man dies ernst, muss man sich damit befassen, welche Anforderungen dies ans Parlament stellen würde. Dabei geht es um Tempo, Sachkompetenz und neue Rollenteilung.

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Kündigungsinitiative: Die SVP wird bei Pro und Kontra vertreten sein

Bundesrat Guy Parmelin (SVP), der Wirtschafts-, Bildungs- und Forschungsminister unseres Landes, wird den Schweizerinnen und Schweizern erklären, dass die Annahme der Kündigungsinitiative zum Verlust von Marktanteilen für Schweizer Produkte und Dienstleistungen in den EU-Ländern und damit – zusätzlich zum Corona-Effekt – zu weiterem Beschäftigungsrückgang in der Schweiz führen würde. Und er wird dies nicht nur aus Kollegialität, sondern aus Überzeugung tun.

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Haben „die Wissenschafter“ keine Verantwortung übernommen?

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli gegenüber der NZZ: «Die Wissenschafter haben bei dieser Pandemie die Politik und die Medien ziemlich lange regelrecht vor sich hergetrieben, ohne wirklich je Verantwortung übernehmen zu müssen.» (7.5.20, S. 1.) Das macht uns auf eine interessante Frage aufmerksam: Was bedeutet das eigentlich, Verantwortung zu übernehmen? Für welche Funktionen, für welche Arten der Einflussnahme, der Machtausübung?

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„Recht haben“ in der Corona-Krise

Dass wir in Zielkonflikten entscheiden müssen, ist Realität und lässt sich nicht vereinfachen. Ist man sich bewusst, dass in einem Zielkonflikt entschieden werden musste, verdient der Entscheid Respekt, wenn er in gleichmässiger Beachtung der gegenläufigen Informationen und nicht einäugig, unter Ausblendung störender Fakten, fiel.

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Parteien und die ökonomischen und sozialen Corona-Krisenopfer in ihren Reihen

Jede Partei hat unter ihren Mitgliedern ökonomische und soziale Opfer der Corona-Krise. Deren Zahl dürfte leider rasch und stark wachsen. Das ist für sie sowohl Risiko als auch Chance. Ein fruchtbarer Ansatz ist die Forderung „Nichts ÜBER uns OHNE uns!“ Die Parteien können Betroffenengruppen, Erfahrungsgruppen, Selbsthilfegruppen bilden, um ihre betroffenen Mitglieder ernst zu nehmen, zu unterstützen und zugleich ihre Erfahrungen als Expertise für die Politikgestaltung zu nutzen.

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Wie werden sich die Beziehungen des Westens und der Schweiz zu China entwickeln?

Die Vorzeichen für die Entwicklung der Beziehungen des Westens und der Schweiz zu China sind widersprüchlich. Das eine Extrem verkörpern US-Präsident Trump und viele seiner Parteigänger und Anhänger: Sie überziehen China mit Beschuldigungen und Drohungen. Ein anderes Extrem verkörpern derzeit jene Italienerinnen und Italiener, die in China einen besseren Freund zu erkennen glauben als in der EU. Derweil liefert China mehr denn je Schutzmasken nach dem Westen. – Und die gute Zürcher Gesellschaft, die bisher stolz auf ihren Grasshoppers Club war, verkauft ihn nach Hongkong, das mehr und mehr durch Beijing dominiert wird…

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„Soft Skills“ wie Sozialkompetenz und Fähigkeit zur Vertrauensbildung gewinnen an Bedeutung

Schafft die Coronakrise ein revolutionäres Potenzial in Europa? Es wäre naiv, nicht damit zu rechnen, dass Populisten und Extremisten links und rechts Teile der vielen neuen Arbeitslosen und Armen mobilisieren werden. Ob Demokratie, Rechtsstaat und soziale Marktwirtschaft diesem Ansturm standhalten werden, hängt nicht nur von den Programmen ihrer Verteidigerinnen und Verteidiger, sondern auch von Kompetenzen ab, die man zuvor oft als „Soft Skills“ geringschätzte: Sozialkompetenz und Fähigkeit zur Vertrauensbildung.

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Der Kampf um die Nach-Corona-Ordnung wird ein Wettbewerb um Vertrauen sein

„Bitte keinen Seuchen-Sozialismus“ überschreibt Eric Gujer, der Chefredaktor der NZZ, seinen Leitartikel am 18. April 2020. Er hat recht, wenn er einen harten Kampf um die Ordnung, vor allem die Wirtschaftsordnung, nach Corona voraussieht. Dieser Kampf wird ein Wettbewerb um Vertrauen sein, und er wird in einer Gesellschaft mit ungewohnt hoher Arbeitslosigkeit und ungewohnt verbreiteter Armut ausgetragen werden.

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