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Zur schweizerischen Bundesfeier am 1. August 2020

„Der Starke“ sei „am mächtigsten allein“, wird gern Schillers „Tell“ zitiert. Aber die politische Botschaft dieses Dramas über den schweizerischen Gründungsmythos ist eine ganz andere. Und sie ist aktueller denn je.

Keine Sorge, ich werde nicht jedes Jahr in einem Spezial-Newsletter zum Ersten August eine Bundesfeieransprache verbreiten. Aber da die Schweiz vor wichtigen Entscheidungen über die Gestaltung ihrer Beziehungen zur Europäischen Union und zu deren Mitgliedstaaten steht, will ich mich gerade jetzt mit einem der meist-missbrauchten Zitate auseinandersetzen:  „Der Starke ist am mächtigsten allein.“

Die politische Botschaft von Schillers „Tell“, aus dessen Zusammenhang dieses Wort jeweils herausgegriffen wird, besagt das Gegenteil: Die Gründung der Eidgenossenschaft, wie sie auch immer im Einzelnen verlief, ist eine Geschichte des Zusammenfindens, des Zusammenstehens, des Willens zu gemeinsamem Handeln.

Wir haben es heute mit Machtansprüchen nicht mehr der Habsburger, sondern eines Putin, eines Xi, eines Trump zu tun. Die Demokratien Europas müssen zusammenstehen, um sich zu behaupten. Schillers Erzählung über das Zusammenstehen der Urschweizer möge hierzu ermutigen – auch uns Bürgerinnen und Bürger des Kleinstaats Schweiz.

Mehr dazu hier.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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