Gerade weil dieses grosse Werk so bekannt ist und oft berücksichtigt wird, muss von Zeit zu Zeit an dessen Fragwürdigkeiten erinnert werden; Poppers Fehler sind derart gravierend, dass sie die Grundfesten zentraler Gedankengebäude seines Werks zum Einsturz bringen.
Die nachstehenden Zeilen beschränken sich, ausser gegen Schluss, nur auf den sehr umfangreichen ersten Teil und Band unter dem Titel „Der Zauber Platons“.*
„Der Zauber Poppers“
Unter diesen treffenden Titel hat ein moderner Autor, Marc Schlette, seine Kritik gestellt und damit etwas ausgedrückt, was wohl den meisten Lesern widerfährt: eine grosse Bewunderung, die man unwillkürlich dem Werk Poppers entgegenbringen muss, das unter sehr schwierigen Bedingungen entstanden ist. „Ich schrieb dieses Buch…in Neuseeland, in den Jahren 1938 bis 1942“, und „den Entschluss zur Niederschrift fasste ich im März 1938, an dem Tag, an dem mich die Nachricht von der Invasion in Österreich erreichte“ (Vorwort der 7. deutschen Auflage 1992 bzw. übersetztes Vorwort der 1. amerikanischen Ausgabe 1950). Erstmals erschien der 1. Band 1945 in Englisch. Obwohl Popper nur wenige Quellen zur Verfügung standen, staunt man über die unglaubliche Weite seiner Belesenheit und über die Verve, über seine Empörungskraft, veranlasst von den jahrelangen niederschmetternden Nachrichten aus Europa. (Im Vorwort von 1950 bereut er manche seiner Härten.) Das alles zieht die LeserInnen in seinen Bann.
Doch hat das Wort „Zauber“ ja auch gewisse negative Konnotationen, etwa die der Verführung. Genau dazu ist Poppers Werk fähig; unkritisches Lesen verführt, und deshalb diese Teilung in bewundernde und (scharfe) kritische Stimmen. Zu letzteren gehört auch dieser Text, allerdings aus Gründen, die in den zahllosen kritischen Äusserungen anderer viel zu wenig berücksichtigt werden. Und diese Gründe sind grund-legend und darum wichtiger, sind aber zugleich handgreiflicher und simpler als jeder gelehrte sachliche Widerspruch.
Poppers grund-legende Fehler
Wenn ein Text einmal geschrieben und verbreitet ist und „wenn er dann ungerecht behandelt und zu Unrecht kritisiert wird, dann benötigt er immer die Hilfe seines Vaters, denn er ist nicht imstande, sich selbst zu wehren und sich zu helfen.“ Im Dialog „Phaidros“ lässt Platon seinen Sokrates diesen Satz sagen – wohl allen, die je publiziert haben, dürfte Platon aus dem Herzen gesprochen haben. Wenn er gewusst hätte, wie schlimm seinen Texten, v.a. seinen Dialogen „Staat“ (Politeia) und „Gesetzen“ , im 20. Jahrhundert mitgespielt wird… Popper ist zwar nicht der einzige, aber der wichtigste, von dem die platonischen Texte „ungerecht behandelt und zu Unrecht kritisiert“ werden.
- „Die athenischen Demokratie kam der Aufhebung der Sklaverei sehr nahe“
Ich beginne mit einem besonders erstaunlichen Unsinn bzw. Unfug, der für Popper eine der wichtigsten Grundlagen seiner „Offenen Gesellschaft und ihrer Feinde“ bildet, nämlich die Frage der Sklaverei. Der Zusammenhang bei Popper: Die ältesten menschlichen Gesellschaften seien „geschlossene“ Stammesgesellschaften gewesen, in denen Sklaverei ganz natürlich gewesen sei. Hingegen sei Athen im 5. Jahrhundert v.Chr. mit seiner Demokratie bereits eine sehr „offene“ Gesellschaft gewesen, die die Sklaverei abschaffen wollte; seine wesentliche Referenzstelle in Platons „Politeia“ zitiert Popper wie folgt (Sokrates spricht): „Die Hauptsache ist: siehst du, wie all das die Herzen der Bürger so zartbesaitet macht, dass sie durch den blossen Anblick der Sklaverei irritiert werden und nicht zulassen, dass auch nur irgendwer versklavt werde.“ Poppers Kommentar: „Es wird für immer einer der grössten Triumphe der athenischen Demokratie sein, dass sie … trotz der unmenschlichen Propaganda von Philosophen wie Platon und Aristoteles der Aufhebung der Sklaverei sehr nahe kam, wofür Platon hier selbst Zeugnis ablegt.“ Platon aber habe eben das Rad zurückdrehen wollen und sei deshalb gegen die Freiheit der Sklaven gewesen.
Poppers Schalmeienklänge überzeugen wohl jeden, der dies liest und nicht dahintersieht. In Tat und Wahrheit schreibt Platon etwas ganz anderes. Zunächst auch hier der Zusammenhang: Platon schildert die Theorie, wie aus Demokratien Diktaturen entstehen können. Sein Kernargument: Das höchste Gut der Demokratie, die Freiheit, wird im Lauf der Zeit zur Selbstverständlichkeit, von den Bürgern verabsolutiert, der Freiheitsdrang dehnt sich auf alle Bereiche des Lebens der Gesellschaft aus. Die Folgen: Die staatliche Führung wird schwach, die staatstreuen Bürger werden als Sklaven beschimpft, immer mehr Bürger ordnen sich nicht mehr unter, sie werden empfindlich und wittern überall Zwang, weshalb die Gesetze nicht mehr befolgt werden. (Ich habe diesen ganzen – hochmodernen – Gedankengang im früheren Artikel „Bestätigen immer mehr moderne Demokratien eine antike Theorie?“ vorgestellt.) Die entscheidende Stelle ist „sie werden empfindlich und wittern überall Zwang“; dies ist die freie Wiedergabe dessen, was wörtlich im Zusammenhang so zu übersetzen ist: „Siehst du, wie dies das Herz der Bürger empfindlich (zartbesaitet!) macht, sodass sie, wenn jemand auch nur ein bisschen was an ‚Sklaverei‘ (griech. douleia, i.S.v. Zwang) anwendet, aufbegehren und es nicht ertragen? Am Schluss kümmern sie sich auch nicht mehr um die Gesetze, die geschriebenen oder die ungeschriebenen, damit sie gar keinen Herrn über sich haben.“ Popper übersetzt zunächst ganz falsch, dann erfindet er ungeniert die Worte „und nicht zulassen, dass auch nur irgendwer versklavt werde“, und schliesslich lässt er den Schluss weg, der eigentlich alles klar macht, aber eben nicht in seine vorgefasste Meinung passt (von mir kursiv gesetzt). Der Sinn der Stelle ist völlig eindeutig: Die freiheitsverwöhnten Bürger ertragen keinerlei Druck mehr und rufen bei allem und jedem „Das ist ja Sklaverei!“ Bestätigt wird dieses Verständnis durch eine Stelle in Platons „Gesetzen“ , wo in der gleichen Thematik der übersteigerten Freiheit die Rede davon ist, dass man den Behörden nicht ‚gehorchen‘ (griech. douleuein) und hernach auch dem Druck (douleia) und der Kritik seitens Vater, Mutter und älterer Menschen entrinnen will; das Wort ‚Sklaverei‘ konnte im Altgriechischen eben auch abgeschwächt verwendet werden, reduziert einerseits auf ‚Zwang, Druck‘, andererseits auf das Gegenstück ‚Gehorsam‘ – im Neugriechischen erscheint es sogar noch weiter geschwächt und heisst nur noch ‚Arbeit’…
Also nicht im Geringsten so etwas wie „Aufhebung der Sklaverei“. In der ganzen Antike gab es nie irgendeine Bewegung gegen Sklaverei, das weiss fast jeder und Popper wusste es auch. In Tat und Wahrheit haben seine „zartbesaiteten“ athenischen Demokraten ein regelrechtes Imperium, den sog. attischen Seebund, errichtet, den sie mit harter Hand unterjocht hielten, und die unbotmässige Insel Melos (heute Milos) erobert, die Männer hingerichtet und die Frauen und Kinder in die – Sklaverei verkauft. So beschlossen und durchgeführt im heimischen Athen aufgrund eines Beschlusses der demokratischen Volksversammlung, zu Platons Jugendzeit.
Man könnte sich fragen, ob sein grober Übersetzungsfehler – nennen wir das mal so – eine Folge der Zweitübersetzung, nämlich aus dem Englischen ins Deutsche, sein könnte. Doch der englische Originaltext sagt dasselbe, und der Fehler ist auch nicht irgendeinem Übersetzer Griechisch-Englisch anzulasten, denn Popper hat die griechischen Texte, wie er andernorts ausführt, selber übersetzt.
Die Frage stellt sich: Warum unterläuft dem sachkundigen Philosophen Popper dieser schwere Missgriff, der ja ein dreifacher ist, nämlich das Nichtverstehen des bildhaften Gebrauchs von ‚Sklaverei‘ (douleia), die freihändige Erfindung eines Teilsatzes und das Verschweigen des Satzes Platons, der die Verfehltheit der eigenen Auffassung entlarven würde? Dies alles in einem vorgeblichen Zitat, das als Grundlage einer ganzen Theorie gelten soll? Die Frage bzw. die Fragen werden noch dringlicher, wenn man sich nach weiteren Beispielen umschaut.
- „Platon vertrat einen radikalen Kollektivismus“
Gleichsam als Fanal setzt Popper vor sein Werk kommentarlos ein Zitat aus Platons Dialog „Gesetze“ , das mit dieser herausgehobenen Stellung wiederum die Grundlage für eine ganze antiplatonische Theorie abgibt, nämlich dass Platon einen „radikalen Kollektivismus“, einen Antiindividualismus und einen „Totalitarismus“ angestrebt habe. Im Laufe des Buches wird diese Theorie unter Quellenangabe, Wiederholung und Erweiterung des Zitats ausgebreitet und auch ein wenig relativiert, doch die Grundaussage bleibt. Das Zitat in popperscher Übersetzung lautet (gekürzt): „Das erste Prinzip von allen ist dieses: Niemand, weder Mann noch Weib, soll jemals ohne Führer sein … Jeder soll, im Kriege und auch mitten im Frieden, auf seinen Führer blicken und ihm gläubig folgen. Und auch in den geringsten Dingen soll er unter der Leitung des Führers stehen. Zum Beispiel soll er aufstehen, sich bewegen, sich waschen, seine Mahlzeiten einnehmen … nur, wenn es ihm befohlen wurde…“ Popper relativert zwar eben ein bisschen, indem er einräumt, dass Platon hier „hauptsächlich“ von militärischen Dingen schreibe, „aber keinen Zweifel darüber aufkommen lässt, dass die gleichen militaristischen Prinzipien auch im Frieden“ gelten sollen.
Doch wie lautet nun der Text in nichtverfälschender Übersetzung? „Im Blick auf die Kriegszüge gibt es viele Ratschläge und viele diesbezügliche Regelungen, die wichtigste: dass niemand, weder Mann noch Frau, führungslos ist und weder, wenn es ernst gilt, noch sonstwo von sich aus als Einzelner etwas tut, sondern in jedem Krieg und in jedem Frieden auf den Vorgesetzten schaut und ihm folgt und sich auch im Kleinsten leiten lässt, zum Beispiel still steht, wenn einer das befiehlt, oder abmarschiert oder Leibesübungen macht und sich wäscht, sich verpflegt und sich nachts wecken lässt zwecks Wachdienst und Befehlsübermittlung“ (wiederum kursiv gesetzt, was Popper weggelassen hat – ganz abgesehen von weiteren Sinnverschiebungen, samt dem wohl absichtlich dreimal vorkommenden Wort „Führer“). Wiederum, sicher ganz „zufälligerweise“, fehlt genau das bei Popper, was „eigentlich alles klar macht, aber eben nicht in seine vorgefasste Meinung passt“, nämlich dass es in diesem Text ganz simpel nur um militärische Regeln geht und keineswegs, wie Popper will, um Kasernendrill im zivilen Alltag. Das zeigt im Übrigen auch der grössere Zusammenhang um die zitierte Stelle herum, wo das jeweilige Verhalten in ganz verschiedenen Lebenssituationen abgehandelt wird.
Aber Popper kümmert das alles nicht. Er schreibt im direkten Anschluss an das vollständige Zitat: „Das sind schwerwiegende Worte. Niemals war es einem Menschen ernster mit seiner Feindschaft gegen das Individuum … Platon hasste das Individuum und seine Freiheit … Auf dem Gebiet der Politik ist das Individuum für Platon der Böse selbst.“ Im englischen Original von 1945: „In the field of politics the individual is to Plato the Evil One himself.“ Immer wieder kommen Dinge wie dass „Platons politisches Programm ein totalitäres sei“, oder es ist die Rede von Platons „Rassenlehre“. Das sind „schwerwiegende Worte“, aber völlig unsinnige: Wieder baut Popper ein ganzes Theoriegebäude (inkl. zeitgenössische Termini) auf einer falsch verstandenen und verfälschten Stelle auf.
- „Das Individuum ist ein völlig minderwertiges Ding“
Kurz hernach fällt ein entsprechender Satz: „Das Individuum ist ein völlig minderwertiges Ding“ (für Platon) – eben der besagte Unsinn. Popper bringt anschliessend einen weiteren „Beleg“, wieder aus den „Gesetzen“ , dass Platon „die Forderungen des Individuums denen des Staates“ anpassen wollte; Popper zitiert den anonymen „Athener“ Platons, der den Gesetzgeber im Buch darstellt: „Ich gebe meine Gesetze im Hinblick auf das, was für den gesamten Staat das heilsamste ist, … denn ich stelle die Wünsche des Individuums mit Recht auf eine niedrigere Wertstufe.“ Für einmal ist Poppers Übersetzung haltbar, aber: Sie ist völlig aus dem Zusammenhang gerissen, meint etwas ganz anderes und ist daher eine grobe Verfälschung, die arglose Leser nicht erkennen können. Der „Athener“ will nämlich nichts anderes als bestehende Erbgesetze verbessern, die bis anhin dem Erblasser auch bei geistiger Schwäche völlige Freiheit lassen und so einem Erbschleicher Tür und Tor öffnen würden, zum Schaden der (übrigen) Erbberechtigten. Dementsprechend folgen hernach im platonischen Text die einzelnen Erbansprüche inkl. der Freiräume, die der Erblasser hat – völlig modern. Doch von all dem schreibt Popper wieder nichts, nichts davon, dass es bloss ums Erben geht, nichts davon, dass jemand nun „plötzlich“ Freiheiten haben soll, nachdem das Individuums doch nichts sei.
„Leider“ also wieder nichts, kein platonischer Antiindividualismus.
Der Koloss zerfällt
Drei Beispiele für das geradezu unglaubliche Umspringen Poppers mit den Texten Platons, denen ihr Vater eben nicht mehr helfen kann, müssen genügen. Es gäbe weitere. Doch das ist nicht wichtig. Das Entscheidende ist etwas anderes. Die drei verfälschten Zitate sind nicht irgendwelche Texte, sondern liefern Popper die Basis, das Fundament für seine gesamte Platonkritik. Und damit, dass man die Zitate als Verfälschungen, als in Wirklichkeit nicht vorhandenes Fundament entlarvt, fällt Poppers riesiges Denkgebäude der Feindschaft Platons gegen die offene Gesellschaft in sich zusammen.
Hier ist nun vielleicht der Ort, um das anfängliche Versprechen einzulösen, dass zum Schluss noch ein Wort zum zweiten Band gesagt werden soll. Darin geht es u.a. um Hegel. Mangels eigener Kompetenz verweise ich auf einen Aufsatz des Hegel-Spezialisten Walter Kaufmann, der 1951 auf englisch, 1956 auf deutsch unter dem Titel „Hegel: Legende und Wirklichkeit“ erschienen ist und sich mit Poppers Hegel-Darstellung auseinandersetzt. Die scharfe Kritik gipfelt im Satz, Poppers Hegel-Kapitel „enthält mehr Mißverständnisse über Hegel als man je zuvor auf so schmalem Raum beisammen gesehen hat.“
Wieso hat Popper dieses Buch verfasst?
Marc Schlette (am Anfang dieses Textes erwähnt) schrieb als Fazit seiner Kritik, die sich nicht auf sprachliche Probleme bezog, sehr zurückhaltend: „Ich bin nicht sicher, ob diejenigen tatsächlich Recht haben, die, obwohl sie selbst Vorbehalte gegenüber Poppers Kritik an Platon haben, zugleich betonen, welch ein wichtiges und bedeutendes Buch Die offene Gesellschaft dennoch sei…“
Oben nach meinem ersten Beispiel stellte ich die Frage: Warum unterläuft dem ja sachkundigen Philosophen Popper dieser schwere Missgriff – unterlaufen diese schweren Missgriffe, ist nun zu formulieren.
Die Beispiele weisen gemeinsame Züge auf. Die drei Texte sind erstens Schwergewichte in der popperschen Argumentation, sind also sehr wesentlich. Zweitens verfälschen deren Übersetzungen Platons Aussagen, bis in ihr Gegenteil. Drittens werden genau diejenigen Teile der Argumentationen Platons von Popper weggelassen, die ihn widerlegen.
Absicht?
Honni soit qui mal y pense.
Oder ist eine ganz heftige Voreingenommenheit Poppers die Ursache, aufgrund seiner persönlichen Geschichte? Im jeweiligen Vorwort zu den verschiedenen Ausgaben wird, wie zu Anfang angedeutet, sehr wohl deutlich, wie aufgewühlt Popper in den Kriegsjahren war, als er das Werk verfasste. Im Vorwort zur 7. deutschen Auflage 1992 führt er im Weiteren aus, er habe das Buch „geschrieben als meinen Beitrag zu den Kriegsanstrengungen. Seine Tendenz war: gegen Nazismus und Kommunismus, gegen Hitler und Stalin … Ich verabscheute die Namen beider so sehr, dass ich sie in meinem Buch nicht erwähnen wollte.“ Aber: Kann ein kritischer Philosoph, der seine kritische Methode auch in diesem Buch (so nebenbei) erwähnt, der eigenen Voreingenommenheit gegenüber derart blind sein?
Im gleichen Vorwort von 1992, das übrigens – gerade in den heutigen Zeiten – sehr eindrücklich und sehr lesenswert ist in seinem aufrichtigen Glauben an die westlichen zivilisatorischen Leistungen, sagt Popper u.a., was sein Buch bringen will: „In ihm wird eine der wichtigsten Grundlagen einer offenen Gesellschaft besprochen: die Rechtsordnung, der sich alle fügen; kurz, der Rechtsstaat.“ Diese Absicht, dieses Programm ist im ganzen Buch ständig wirksam.
Und da kommt unweigerlich die letzte Frage: Warum konnte Popper sein grosses und grossartiges Programm nicht direkt verwirklichen, ohne dazu den weiten, unnötigen Umweg über Platon zu machen, der sich nicht mehr wehren kann?
* Dr. Theo Wirth, ehem. Lehrer für Altgriechisch und Latein an der Kantonsschule Zürich und Lehrbeauftragter für die Fachdidaktik der Alten Sprachen an der Universität Zürich.