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536 Artikel

Wie steht es um Putins Pläne für nach dem Ukraine-Krieg?

Putin will das Baltikum zu Russland zurückholen, die NATO aus Russlands Nachbarstaaten vertreiben und so die militärische Kontrolle über Ost-Mitteleuropa zurückgewinnen, wie sie die Sowjetunion zu Zeiten des Warschauer Pakts hatte. Voraussetzung hierfür ist ein rascher, klarer Sieg in der Ukraine.

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Unfreiheit im Innern macht unglaubwürdig nach aussen.

Warum soll das Ausland einer Regierung glauben, was sie über ihr Land, ihre Politik, das Verhalten ihrer Armee und anderer Organe behauptet, wenn sie ihren eigenen Landsleuten freie journalistische Recherche und freie politische Debatte verbietet?

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Erstaunlich grosses Vertrauen in China.

Roche ist in Taiwan präsent – und zieht eine Verlagerung von Forschung aus der Schweiz nach den USA oder China in Betracht, falls sich die Rahmenbedingungen für die Forschung in der Schweiz nicht bessern. Roche-CEO Severin Schwan, der dies in einem Interview mit den Tamedia-Organen in Aussicht stellt, geht damit implizit auf grosse Distanz zu politischen Beobachtern, die Krieg mit China um Taiwan oder im südchinesischen Meer für möglich oder gar wahrscheinlich erachten.

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Ist ein begrenzter Atomkrieg führbar?

„Wenn wir Atomwaffen haben, warum setzen wir sie nicht ein?“ Der dies sagte, war Donald Trump*. Nach verbreiteter Auffassung stellt sich nun Wladimir Putin diese Frage. Ist ein begrenzter Atomkrieg führbar?

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Hauptthema der Neutralitätsdebatte wird wohl die Sicherheit der Schweiz.

In der Debatte über die Beteiligung der Schweiz an den Sanktionen gegen Russland wurde zeitweilig in den Vordergrund gerückt, ob die Schweiz damit ihre Fähigkeit zu Guten Diensten vermindert oder gar beseitigt habe. Zu erwarten ist aber, dass im weiteren Verlauf der Neutralitätsdebatte die Frage dominant wird, ob und wie die Neutralität und die Neutralitätspolitik die Schweiz auch künftig vor Krieg und Besetzung schützen würde.

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Beziehungen zu Russland: Was war falsch, was nicht?

Nun jagen sich Artikel, die publizistische Rache an Jahrzehnten deutscher und europäischer Russlandpolitik üben. Was war daran falsch, was war richtig oder zumindest vertretbar? Falsch war die Vernachlässigung der militärischen Bereitschaft, richtig war der hartnäckige Einsatz für eine Friedensordnung mit Russland. Diskutabel ist, ob man zu lange an Letzterer festhielt. Vielleicht hätten die Annexion der Krim, die russische Unterstützung der ostukrainischen Sezessionisten zu einer anderen Russlandpolitik führen müssen.

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Wir müssten rasch mehr wissen über möglichen Verlauf eines Atomkriegs.

Präsident Biden komme vermehrt unter Druck, zur Unterstützung der Ukraine eine direkte militärische Auseinandersetzung der NATO mit Russland zu riskieren, insbesondere durch eine Flugverbotszone. Russland würde diese sicher missachten, und dann müsste die NATO die russischen Kampfflugzeuge mit eigenen Flugzeugen angreifen. – Die möglichen Folgen einer Eskalation zwischen NATO und Russland, insbesondere einer nuklearen, müssen zum Thema werden. Gefordert ist Wissenschaftskommunikation.

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Zwecksetzungen für Atomwaffeneinsatz.

Als US-Präsident Harry Truman den Abwurf von Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki befahl, verfolgte er zwei Ziele: Erstens die sofortige Kapitulation Japans herbeizuführen, zweitens die Sowjetunion zu beeindrucken. Wenn Putin nun mit dem Einsatz von Atomwaffen droht, kann er damit sowohl militärische als auch politische und ökonomische Zwecke verfolgen.

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Gute Dienste als Hauptargument für Neutralitätspolitik. Bedeutung einer Ukraine-Konferenz in der Schweiz?

1914 und im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs war die Bedeutung der Neutralitätspolitik klar: 1914 Verhinderung einer Spaltung der Schweiz. Während dem Ersten sowie vor dem Zweiten Weltkrieg, bis zur Kapitulation Frankreichs, Schutz der Schweiz vor dem Einmarsch einer Kriegspartei. Beide Motive sind heute nicht aktuell. Im Vordergrund steht die Bedeutung für Gute Dienste gerückt.

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Die Schweiz braucht Jahre der Erfahrung in der Rolle als EU-Drittstaat.

Die EU könnte ein Experiment mit der Schweiz machen: Rasch und flexibel die Separatabkommen verhandeln, die der Bundesrat wünscht, und dann beobachten, was mit dem Verhandlungsergebnis in der Schweiz geschähe. Es würde durch dieselben Kräfte blockiert, die das Rahmenabkommen zu Fall brachten. Gut möglich, dass der Bundesrat es wiederum selbst beerdigen würde, wie er das Rahmenabkommen beerdigte.

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Vergessen wir die guten Gründe nicht, weshalb sich Ost-Mitteleuropa und Baltikum dem Westen zuwandten.

Niemand weiss, wie weit Putin gehen wird, um das Machtgebiet Russlands wieder den Verhältnissen vor dem Niedergang der Sowjetunion anzunähern. Verständlich, dass nun diskutiert wird, ob die Osterweiterungen der NATO und der EU Gefahren missachteten. Aber vergessen wir die guten Gründe nicht, weshalb sich Ost-Mitteleuropa und Baltikum dem Westen zuwandten.

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Kann die Schweiz Europa durch Verweigerungen sozialer und humaner machen?

Nein zu einem institutionellen Abkommen mit der EU, vor allem Nein zu Kompetenzen des EU-Gerichtshofs, die den schweizerischen Lohnschutz schwächen können, und Nein zu höheren Beiträgen an Frontex: Gewerkschaften und grosse Teile der SP sind offenbar überzeugt davon, die Schweiz könne durch Verweigerungen zu einer sozialeren und humaneren Entwicklung Europas, insbesondere der EU, beitragen. Darüber ist nachzudenken und zu diskutieren.

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