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Scheitert die NATO im Bestreben, Krieg mit Russland zu vermeiden?

Mit dem Beschluss der NATO, die Lieferung schwerer Angriffswaffen wie Panzer zuzulassen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es schon im Ukraine-Krieg zur militärischen Auseinandersetzung zwischen der NATO und Russland kommt. Die russische Armee wird diese Lieferungen zu verhindern versuchen und kann hierfür die Konvois bereits auf dem Territorium des NATO-Landes angreifen, auf dem sie sich der ukrainischen Grenze nähern. Dann ist für die NATO der Bündnisfall gegeben.

Trotzdem kann der Entscheid der NATO als richtig betrachtet werden. Putins politisches Programm sieht vor, nach einem Sieg im Ukraine-Krieg gegen die baltischen NATO-Staaten vorzugehen, zunächst durch einen erpresserischen Aufmarsch und dann wohl auch durch einen Invasionsversuch. Dann wäre der Bündnisfall und somit Krieg zwischen NATO und Russland ohnehin gegeben, aber unter schlechteren militärischen Voraussetzungen, gegen eine regenerierte und moralisch wiedererstarkte russische Armee. Es ist besser, die russische Armee schon jetzt zu schwächen, solange dies durch Unterstützung der erstaunlich leistungsfähigen und (noch) hoch motivierten ukrainischen Armee möglich ist, und nicht erst nach deren zu befürchtendem Zusammenbruch.

Diese Entwicklung ist sehr gefährlich, vor allem wegen der Gefahr eines Einsatzes taktischer Nuklearwaffen, der ausserhalb der Ukraine, zum Beispiel bei Kriegshandlungen in Polen, eher wahrscheinlicher ist. Aber zuwarten kann noch gefährlicher sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Baltikum-Krieg nuklear ausgetragen würde, ist noch höher.

Link zum Bericht von EuroNews über den erwähnten NATO-Beschluss.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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