Sie befinden sich hier:

Wie steht es um Putins Pläne für nach dem Ukraine-Krieg?

Putin will das Baltikum zu Russland zurückholen, die NATO aus Russlands Nachbarstaaten vertreiben und so die militärische Kontrolle über Ost-Mitteleuropa zurückgewinnen, wie sie die Sowjetunion zu Zeiten des Warschauer Pakts hatte. Voraussetzung hierfür ist ein rascher, klarer Sieg in der Ukraine.

Zur Verfolgung seiner weiteren Pläne braucht Putin ein ungebrochenes, womöglich noch gesteigertes Drohpotenzial der russischen Armee. Es mag trügerisch sein, aber sie scheint sich schwer zu tun, in der Ukraine ihre Ziele zu erreichen. Wenn Putin in der nächsten Phase des Ukraine-Kriegs noch härtere Schläge führt, um zu einem raschen Ergebnis zu kommen, das er als Sieg deklarieren kann, tut er es auch im Interesse seiner Anschlusspläne.

Wie nützlich der Respekt vor der russischen Armee ist, zeigte sich soeben darin, dass viele ungarische Wählerinnen und Wähler Viktor Orban dafür honoriert haben, dass er gegenüber Russland kein Risiko eingeht.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Könnte Putin dem Beispiel folgen, das US-Präsident Harry Truman gab?

Nachdem ukrainische Truppen Städte zurückerobert haben, fordern empörte Russen bei „Telegram“ einen „nuklearen Angriff auf die westliche Ukraine, um sie zu einer Kapitulation zu zwingen“ („NZZ am Sonntag“, 11.9.22, S. 1). Zwang zur Kapitulation – das war das Ziel, das US-Präsident Harry Truman verfolgte, als er befahl, auf Hiroshima und Nagasaki Atombomben abzuwerfen.

Weiterlesen »

Rahmenabkommen: Keine Solidarität mit der Schweiz bei Konservativen und Nationalisten

Europäische Rechtsaussen-Politiker haben ähnliche Vorstellungen von Europa wie die SVP, und sie könnten sich deshalb in der Auseinandersetzung über das Rahmenabkommen für die Schweiz einsetzen. Aber wie zu erwarten war, zeigen sie keine Solidarität – im Gegenteil. Im auswärtigen Ausschuss des EU-Parlament war man sich einig, dass mit der Schweiz nicht nachverhandelt wird. Nur ein Grüner sagte unter Berufung auf ein Treffen mit Schweizer Gewerkschaftern, die Lohnschutzfrage sei nicht gelöst.

Weiterlesen »