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1230 Artikel

PolitReflex Newsletter März 2021

Direkte Demokratie: Das Wichtigste vors Volk. Dazu gehört die Europa-Weichenstellung.
Und China gibt dem Bundesrat schon mal Peitsche und wenig Zuckerbrot, damit die Schweiz, um in China Einbussen in der EU wettzumachen, den politischen Preis zahlt.

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Wenn China Deutschland und Frankreich Verbrechen in der Vergangenheit vorhält.

«Sie haben absolut kein Recht, China zu kritisieren», twittert (die Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums, Hua) Chunying. Deutschland hält sie den Mord an den Herero und die Shoah vor, Frankreich die Toten des Algerienkriegs.“ (NZZ 25.3.21*) Das lenkt die Aufmerksamkeit darauf, dass der völkerrechtliche Menschenrechtsschutzes unter dem Eindruck solcher Verbrechen aufgebaut wurde: Um die Wahrscheinlichkeit ihrer Wiederholung zu vermindern.

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Rückgang der Kulturkritik in Schweizer Medien.

In den Feuilletons wird die Kulturkritik mehr und mehr durch Gesellschafts- und People-Themen und durch politische Theorie verdrängt. Nichts gegen diese Themen. Aber Kulturschaffende und Publikum brauchen Kulturkritik. Es müssen neue, wohl vorab digitale Wege für sie gefunden werden.

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Nur durch Zulassung freier journalistischer Arbeit könnte China sein Ansehen verbessern.

Ist es Gleichgültigkeit, Arroganz der Macht oder Unvermögen? Mit seinem Rundschlag gegen die China-Strategie des Bundesrates hat der Botschafter Chinas seinem Land geschadet. Auch wer China respektiert und verstehen will, könnte seine Behauptungen über die Menschenrechtslage nur in Betracht ziehen, wenn Beijing freie journalistische Recherche, Überprüfung und öffentliche Diskussion zuliesse.

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Ausbau des China-Geschäfts nach Scheitern des Rahmenabkommens? Bundesrat Cassis relativiert Erwartungen.

Wenn das Institutionelle Rahmenabkommen mit der EU scheitert, muss die Schweizer Wirtschaft mit nichttarifären Handelshemmnissen und in der Folge mit dem Verlust von Marktanteilen in den Mitgliedländern der EU rechnen. Der Versuch liegt nahe, sich dafür auf anderen Märkten schadlos zu halten, vor allem auf dem Riesenmarkt China. Bundesrat Ignazio Cassis nahm dazu Stellung.

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Fall „NZZ am Sonntag“: Wir sind nicht hilflos gegen Fehlentwicklungen in der Medienlandschaft.

Wenn der NZZ-Verlag eine Marktlücke öffnet, indem er die „NZZ am Sonntag“ durch den Wechsel in der Chefredaktion auf den Kurs der Leitung der NZZ des Werktags zwingt, muss er mit Kräften rechnen, die diese Lücke füllen: Durch Weiterentwicklung eines bestehenden oder durch Schaffung eines neuen Angebots. Online oder gedruckt, wohl eher online. Es gibt Beispiele dafür.

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NZZ – künftig sonntags wie werktags?

Vorfreude bei der „Weltwoche“ über den Wechsel in der Chefredaktion der „NZZ am Sonntag“: Er setze dem „bunt-grünen Jekami“ ein Ende. Man mochte dem NZZ-Verwaltungsrat bisher zugute halten, dass er es für verlagspolitisch sinnvoll erachte, ein eigenes Profil der „NZZ am Sonntag“ zuzulassen. Es wird sich bald zeigen, ob der neue Chefredaktor Jonas Projer den Auftrag hat – und ausführt -, damit Schluss zu machen. Jedenfalls ist der Vorgang im Zusammenhang der Entwicklung und des Erneuerungsbedarfs des schweizerischen Mediensystems zu sehen.

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Börsenäquivalenz, Forschungsprogramme, Impfpass – die Schweiz auf dem Weg zum Drittstaaten-Status.

Die Bereitschaft der EU, die Schweiz an der Impfpass-Freizügigkeit teilhaben zu lassen, deutet darauf hin, dass sie auch nach dem Scheitern des Institutionellen Rahmenabkommens bereit sein könnte, die Schweiz integriert zu halten, sofern es im eigenen Interesse der EU ist. Schweizer Touristinnen und Touristen sind in den EU-Mitgliedstaaten willkommen.

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Uiguren: Einsatz des Westens ohne Unterstützung islamischer Staaten.

Der Einsatz für die Uiguren, insbesondere der Einsatz der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten, hat zu einem eskalierenden Konflikt mit China geführt. Menschenrechtspolitik ist kompromissfeindlich. Aber es ist nicht selbstverständlich, dass die europäischen Demokratien die Frontstellung des Kampfes für die Rechte dieses muslimischen Volkes einnehmen, wenn sie aus der islamischen Welt nicht unterstützt werden.

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Beziehungen zwischen Russland und Westeuropa – zwischen Nawalny und Sputnik V.

„Russ­land hat nach eige­nen Anga­ben Verein­ba­run­gen zur Produk­ti­on seines Corona-Impf­stoffs Sput­nik V in Deutsch­land und ande­ren euro­päi­schen Ländern getrof­fen“, meldet die „Frankfurter Allgemeine“ am 16.3.21. „Damit wolle man den Beginn von Liefe­run­gen des russi­schen Vakzins an euro­päi­sche Länder sicher­stel­len, wenn eine Zulas­sung in Europa vorlie­ge.“

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