„Jung und gesund: Dann muss man sich nicht vor Corona fürchten, denken viele. Das ist ein Trugschluss. Die Geschichte eines Patienten, der nur knapp überlebt hat.“ So beginnt der Artikel der Wissenschaftsredaktorin Theres Lüthi, den sie der Bereitschaft eines 47-jährigen, aus dem Kosovo stammenden Mannes verdankt, ihr zu erzählen, was er erlebte.
Er veranschaulicht einen Bericht über eine Studie des Universitätsspitals Zürich, wonach 10 % der Corona-Erkrankungen schwere Verläufe haben, und der Anteil von Betroffenen im Alter unter 65 Jahren grösser ist, als bisher gemeinhin angenommen. (Link zur Medienmitteilung des USZ.)
Wer eine fixe Idee von „Mainstream-Presse“ oder gar „Lügenpresse“ hat und entschlossen ist, alles, was diese verbreitet, als erlogen zu betrachten, und für den auch eine „NZZ am Sonntag“ Teil dieses Feindbildes ist, wird sich auch durch einen solchen Beitrag nicht beeinflussen lassen. Aber der Anteil derer, die redaktionelle Arbeit schätzen, ist wieder gestiegen. (Link zum Artikel „Die Zahl der Menschen steigt, die den Wert professioneller Redaktionsarbeit schätzen.“)
Deshalb sind solche Berichte wertvoll. Hoffentlich erscheinen sie vermehrt.
Dazu kommt ein Effekt, der unabhängig ist von der Glaubwürdigkeit und Akzeptanz der Medien: Es gibt immer mehr Menschen, die selber jemanden kennen oder kannten, die oder der eine schwere Corona hinter sich hat oder daran gestorben ist.
Wirksam ist auch, wenn sich Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachpersonen vermehrt zu Wort melden.
Verharmlosungen und Fake News sind willkommen, weil man gern sein Leben unverändert weiterführen würde. Sie helfen verdrängen.