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20 Artikel

Opposition in der direkten und in der parlamentarischen Demokratie.

Nationalrat Roger Köppel, bei der SVP Schweiz Bereichsverantwortlicher für die Europapolitik, bezeichnet die SVP als Oppositionspartei. Köppel in einem Interview mit der Zürichsee-Zeitung, erschienen am 31.5.21: „Wenn Sie wie ich bei einer Oppositionspartei mitmachen, dann wird Ihnen nicht der rote Teppich ausgerollt.“- In der Schweiz war herrschende Lehre – und ist es wohl weitgehend noch -, dass eine direkte Demokratie keine Opposition habe, die mit derjenigen einer parlamentarischen Demokratie vergleichbar sei. Wie steht es darum?

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Rahmenabkommen: Respektierung des Parlaments wäre auch für den Bundesrat nützlich.

Verkannte der Bundesrat die Bedeutung des Verhandlungsabbruchs als europapolitische Weichenstellung? Auch Bundespräsident Parmelin spricht in einem Interview in der „NZZ am Sonntag“ (30.5.21) von „Nadelstichen“. Das macht den Eindruck blosser Taktik und Schikane. Aber es geht um mehr: Die Schweiz muss damit rechnen, von der EU zum Drittland herabgestuft zu werden, mit stetigem Bedeutungsverlust der bilateralen Verträge: der einzelnen Abkommen und des Bilateralismus als Beziehungssystem. Eine nachträgliche Respektierung der Bundesversammlung könnte dies klären – und vielleicht noch beeinfussen.

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PolitReflex Newsletter Mai 2021

Themen: Schweiz – EU / Medienberichte leichter stoppen können? / Konkordanz / Nationale Selbstüberschätzung / Sicherheitskräfte / Israel im Krieg / Diktatoren-Hybris

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Nach der Europa-Entscheidung die sozial- und arbeitspolitische Eskalation.

Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, machte in der SRF-Sendung „10 vor 10“ vom 28.5.2021 klar, dass seine Organisation gegen „Fitnesskur“-Vorschläge von Seiten der Arbeitgeber und bürgerlicher Politiker ebenso harten Widerstand leisten wird wie gegen das Rahmenabkommen. Dass Schweizer Unternehmen Nachteile auf den europäischen Märkten drohen, ist für ihn blosse Angstmacherei.

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Das Volk wird über die Europapolitik entscheiden – aber wann und wie, und was ist bis dann passiert?

Parteistrategen wollen unbedingt eine Volksabstimmung über das Rahmenabkommen verhindern, und Insider-Informationen lassen befürchten, dass sich ihnen der Bundesrat fügen wird. Er verhält sich in der Europapolitik ohnehin weniger wie eine Regierung als wie eine Tagsatzung der Parteien und Interessengruppen. Muss der Volksentscheid über eine Volksinitiative erzwungen werden, wird sie zur Abstimmung kommen, wenn Auswirkungen eines Konflikts mit der EU beurteilt werden können.

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Schweiz-EU: Wenn es eine Volksinitiative braucht…

Das Initiativrecht ist kein Privileg der Abschotter und Abschotterinnen. Sonst wäre der Beitritt der Schweiz zur UNO nicht durch die Annahme einer Volksinitiative herbeigeführt und die Staatsvertragsinitiative der AUNS nicht hochkant verworfen worden. Aber wenn es sich bestätigt, dass es eine Volksinitiative braucht, um den ungehinderten Zutritt zu kontinentaleuropäischen Märkten und die Mitwirkung der Schweiz an der europäischen Forschungskooperation zu sichern, ist dies kein Ruhmesblatt für das politische System unseres Landes.

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Schweiz-EU: Wer bestimmt, wie sich Mitgliedschaft und Nichtmitgliedschaft auswirken?

„Das ist eine Idee für Mitgliedstaaten“, schreibt Gerhard Schwarz in der NZZ vom 18.5.21* zur Unionsbürgerrichtlinie, „und selbst für sie ist sie problematisch. Hingegen kann man nicht ernsthaft erwarten, dass ein Nicht-EU-Mitglied ein solches Ansinnen aufnimmt.“ Nur: Es ist die EU, die bestimmt, unter welchen Bedingungen sie Nichtmitgliedern erleichterten Zugang zu ihren Märkten gewährt und sie an ihren Kooperationen mitwirken lässt, zum Beispiel in der Forschung. Ein Nichtmitglied, das diese Bedingungen nicht erfüllen will, ist frei, auf erleichterten Marktzutritt und Mitwirkung an Kooperationen zu verzichten.

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„Der andere Pflegenotstand.“ Wenn sich pflegende Angehörige überfordern.

Berichte, dass immer mehr alte Menschen den Eintritt in ein Heim unbedingt vermeiden wollen, folgen sich. Am 15. Mai 2021 ist diese Entwicklung Schwerpunktthema der „Schweiz am Wochenende“*. Tags darauf ist ein Artikel der „Frankfurter Sonntagszeitung“ zu empfehlen: „Der andere Pflegenotstand.“ Dieser wird am Beispiel der Pflege einer Frau mit Multipler Sklerose durch ihren Partner gezeigt. Oft stellt sich aber dasselbe Problem bei Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit im hohen Alter. Wir müssen die Kehrseite des Trends zur Vermeidung des Lebens im Heim ernst nehmen. – Die Nachfrage nach Spitex und Betreuungshilfe steigt, den Heimen ist Sorge zu tragen, und neue, gemeinschaftliche unterstützte Wohnformen sind zu fördern.

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Das Fehlkonstrukt „Konkordanz“ verunmöglicht die Bewältigung der wichtigsten Zukunftsaufgaben.

Das Wort „Konkordanz“ lässt Concordia anklingen: Das lateinische Wort für Eintracht, in dem Cor, das Herz, steckt. Von Herzen kommende Übereinstimmung also. Als Bezeichnung für das schweizerische Regierungssystem ist das trügerische Politromantik – weit abseits einer Realität der immer stärkeren Polarisierung, mit der Folge von Blockaden bei wichtigsten Zukunftsaufgaben.

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