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110 Artikel

Rahmenabkommen: Keine Solidarität mit der Schweiz bei Konservativen und Nationalisten

Europäische Rechtsaussen-Politiker haben ähnliche Vorstellungen von Europa wie die SVP, und sie könnten sich deshalb in der Auseinandersetzung über das Rahmenabkommen für die Schweiz einsetzen. Aber wie zu erwarten war, zeigen sie keine Solidarität – im Gegenteil. Im auswärtigen Ausschuss des EU-Parlament war man sich einig, dass mit der Schweiz nicht nachverhandelt wird. Nur ein Grüner sagte unter Berufung auf ein Treffen mit Schweizer Gewerkschaftern, die Lohnschutzfrage sei nicht gelöst.

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Entlarvt die Unfähigkeit zur Sanierung der Altersvorsorge die „Konkordanz“ als Lebenslüge der Schweiz?

Nun lancieren also die Jungfreisinnigen eine Volksinitiative zur Erhöhung des AHV-Rentenalters. Das ist auf jeden Fall gut – egal, ob man der Initiative zustimmt oder nicht. Denn nachdem die Rechte 2017 die Abstimmungsvorlagen „Altersvorsorge 2020“ versenkte, war es an der Zeit, Volk und Ständen Gelegenheit zum Entscheid über eine homogen bürgerliche Revision zu geben. – Wirklich weiterführende Vorschläge legt aber Avenir Suisse vor.

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Wie kann die Schweiz ihre Interessen in Europa realistisch und wirksam vertreten?

Hoffnungen, dass der Rücktritt des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker die Vertretung schweizerischer Interessen gegenüber der EU erleichtere, seien unbegründet, schreibt Chefredaktor Luzi Bernet in der „NZZ am Sonntag“ vom 3.11.19. Er hat recht. Dazu kommt, dass sich Bundesrat und Diplomatie nicht nur in Brüssel, sondern auch bei den Regierungen der Mitgliedstaaten um Verständnis und Anerkennung für die Bedürfnisse und Forderungen unseres Landes bemühen müssen.

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Wie könnte Russland Europa verändern, und was ist eine sinnvolle Russlandpolitik?

Anlass zu diesem Artikel ist ein hervorragendes Interview von Marc Lehmann mit Jeronim Perovic, Direktor des Zentrums für Osteuropa-Studien der Universität Zürich, im SRF-„Tagesgespräch“ vom 1. November 2019. Durch optimale Chancennutzung und realistische Einschätzung der Kräfteverhältnisse baut Putin Russlands Macht aus. Was bedeutet das für Europa?

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Eine starke Opposition für die Schweiz

Es zeichnet sich ab, dass eine Mehrheit der neuen Bundesversammlung den Grünen das Privileg der reinen Opposition gewährt. Hauptargument: Es war schon immer so, dass ein Regierungsanspruch erst nach Bestätigung eingelöst wird. Hauptgrund: Die Regierungssitze, die man hat, für einige weitere Jahre zu behalten.

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Die Grünliberalen – eine Partei zwischen den Lagern

Die Grünliberalen mussten im Kanton Zürich einen schwierigen Entscheid fällen. Sie beschlossen, im zweiten Wahlgang für den Ständerat weder die grüne Kandidatin noch den freisinnigen Kandidaten zu unterstützen. Hätten sie anders entschieden, wären sie durch Medien, Konkurrenz und wohl weitgehend auch durch die Wählerinnen und Wähler einem politischen Lager zugeschlagen worden.

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Zum Tag der betreuenden und pflegenden Angehörigen: Eigenverantwortung – allzu oft bis zum Geht-Nicht-Mehr

Liberale Sozial- und Gesundheitspolitik fordert Eigenverantwortung. Durch Betreuung und Pflege kranker und alter Angehöriger wird sie durch viele Frauen – vorwiegend Frauen! – und Männer in höchstem Masse wahrgenommen, oft bis zum gesundheitlichen und sozialen Geht-Nicht-Mehr. Der unabgegoltene wirtschaftliche Wert geht in viele Milliarden. Aber er wird vermindert, wenn diese Menschen ob zu viel Eigenverantworlichkeit erkranken und verarmen.

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Verliert die Schweiz weitere europapolitische Jahre?

Wenn die Diskussion im Facebook wiedergibt, was auch Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger denken, zeichnet sich ab, dass Bundesrat Ignazio Cassis der schweizerische Partner der EU bleiben wird. SP, Gewerkschaften und SVP haben die innenpolitischen Bedingungen für die Ausübung dieser Rolle abgesteckt. Die SVP stellt zwar den Aussenwirtschaftsminister, aber wenn Cassis das Ergebnis der nächsten Runde mit der EU nach Hause bringt, werden SVP und SP es gemeinsam abschiessen – sofern das Ergebnis überhaupt ein beschussfähiges Ziel ist.

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Legt sich die Schweiz eine Voll-Opposition zu?

„Die Zauberformel hat ausgezaubert.“ Unter diesem Titel schreibt Michael Hermann im Tages-Anzeiger vom 29.10.2019: „Wir kommen heute nicht mehr umhin, nach jeder Wahl die Regierungszusammensetzung neu auszuhandeln.“ Damit hat er recht. Und wird dies verweigert, retten die Verweigerer die „Konkordanz“ trotzdem nicht. Sie schicken die grünen Kräfte für vier Jahre auf den vielversprechenden Weg einer Voll-Opposition und führen so ein Konkurrenzsystem ein.

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Andersdenkende am Reden zu hindern, ist nicht nur grundrechtswidrig, sondern auch strategisch falsch

Vorfälle an der Universität Hamburg und am Göttinger Literaturherbst veranlassten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, „aggressive Gesprächsverhinderungen, Einschüchterung und Angriffe“ zu verurteilen. Beizufügen ist: Sie sind nicht nur grundrechtswidrig, sondern auch strategisch falsch. Wirksam kann Rechtsextremismus nicht durch Meinungsrepression, sondern durch kraftvolle Gegenrede entgegengetreten werden.

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