Der Kriegsangst muss mit Verständnis begegnet werden: Der Angst davor, dass der Ukraine-Krieg über das derzeitige Kriegsgebiet hinausgreift; dass sich NATO-Staaten immer stärker daran beteiligen müssen; dass Putin – entgegen rationalen Erwartungen – doch einen ex-sowjetischen NATO-Staat angreift oder den Atomdrohungen, die er durch seine Propagandisten unablässig ausstossen lässt, durch Versuche oder gar durch „taktische“ Kampfeinsätze Nachdruck verschafft. Der Angst schliesslich auch, dass Beijing – entgegen wohlbegründeter Beurteilungen seiner wirtschaftlichen und globalpolitischen Interessen – einen Asien-Krieg auslöst: Durch einen Überfall auf Taiwan oder durch eine Provokation im Südchinesischen Meer.
Am 19. Februar 2023 informierte „SonntagsBlick“ über eine Umfrage, die das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag dieser Zeitung durchführte. Daraus ergebe sich unter anderem, dass fast die Hälfte der 18-bis 35-Jährigen für eine deutlichere Zurückhaltung der Schweiz in diesem Krieg einträten, von den über 55-jährigen ein Drittel. (Link zum Zeitungsbericht.)
Jungen Menschen, jungen Familien, die um ihre Zukunft fürchten, aber auch älteren und alten Menschen, die zwar zu Soldaten, einige zu Unteroffizieren und (wie der Schreibende) zu Offizieren ausgebildet wurden, oder die dies als Nicht-Militärdienstpflichtige miterlebten, die aber dankbar dafür sind, dass der Ernstfall nicht eintrat, und die auch den nachkommenden Generationen wünschen, davor verschont zu bleiben: Ihnen gilt es vor Augen zu führen, was es bedeuten würde – nicht nur für die demokratischen Rechte, nicht nur für die Rechte freiheitsgewohnter Aktivbürgerinnen, Aktivbürger, Aktivistinnen und Aktivisten, sondern auch für das individuelle, private Leben -, wenn ein brutaler Diktator wie Putin seine Herrschaft Richtung Nord-, Mittel- und Westeuropa ausbreiten könnte.
Man müsste wohl Begegnungen mit Menschen, die aus Russland geflohen sind, fördern, insbesondere mit jungen Schweizerinnen und Schweizern, jungen Westeuropäerinnen und Westeuropäern.
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Mehrere PolitReflex-Beiträge, die Ende Januar und im Februar erschienen, befassten sich mit dem Ukraine-Krieg, dessen Auswirkungen auf die schweizerische Sicherheits- und Aussenpolitik sowie auf die Beziehungen zwischen den Parteien vor den Wahlen. Siehe unten: Links 1 bis 8.
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Mit einer ganz anderen Entwicklung befassen sich die beiden letzten hier beigefügten Beiträge: Das schweizerische Kulturschaffen wird immer stärker aus den Tagesmedien verdrängt. Umso wichtiger wird es, die Bekanntheit und die Nutzung kultureller Informations- und Kritik-Plattformen wie Viceversa Literatur zu fördern. Der Verein ch-intercultur setzt sich für neue Wege der Kulturvermittlung und insbesondere für den kulturellen Informationsaustausch unter den vier Sprachregionen ein („Interessendeklaration“: Der Schreibende ist Präsident von ch-intercultur). Siehe unten: Links 9 und 10.
PolitReflex Texte zum Februarbrief:
Link 1: „Lässt sich das schweizerische Neutralitätsverständnis realistisch weiterentwickeln?“
Link 2: „Die Pflicht, das Territorium neutral zu halten, ist gegen eine Grossmacht einzelstaatlich unerfüllbar“
Link 3: „Zur Berechtigung des Widerstands der Ukraine und ihrer Unterstützung durch den Westen“
Link 4: „Ukraine, COVID und die Gefahr eines Taiwan-Kriegs“
Link 5: „Listenverbindung mit der SVP? FDP und Mittepartei vor der Entscheidung“
Link 6: „‚Schulterschluss‘ und Listenverbindungen SVP & FDP werden unmöglich“
Link 7: „SVP muss sich Köppels Putin-Propaganda und Völkerrechts-‚Verständnis‘ zurechnen lassen“
Link 8: „Weltwoche – wie gegen Ukraine, so gegen Taiwan“
Link 9: „Steueroptimierung – Kulturschaffen?“
Link 10: „‚Tatort‘-Drehbücher müsste man schreiben“