Wladimir Putin und seine Unterstützer bauen auf Geschichtsvergessenheit. Putin glorifiziert die Leistung der Sowjetarmee im „Grossen Vaterländischen Krieg“, als wäre diese rein russisch gewesen. Die Millionen Waffenkameraden aus der Ukraine können kein Thema sein, wenn man die Ukraine unterwerfen will.
Wenn die Propaganda gegen die USA jetzt den Spruch twittert, diese führten ihre Kriege immer nur ausserhalb des eigenen Territoriums, verlässt sie sich auf den Niedergang der Erinnerung daran, dass die USA – ja, ausserhalb ihres Territoriums – Hitlers Wehrmacht und SS besiegten. Gewiss, das Verdienst darum kommt auch den Truppen Grossbritannniens, der Sowjetunion, de Gaulles France Libre und Soldaten noch anderer Nationen zu, aber Churchill und Stalin wussten am besten, wie wichtig das Eingreifen der USA in den Krieg war. Diesem Thema ist der erste hier beigefügte PolitReflex gewidmet: „Als Churchill die USA un militärische Unterstützung bat“ (Link).
Ein erfreuliches Beispiel historischer Basierung gab König Charles III. in seiner Rede vor dem deutschen Bundestag. Ihm gilt der zweite Beitrag: „Wo Waren flossen, flossen auch Ideen“ (Link).
Die Bedeutung, die die Neutralität heute und vielleicht in Zukunft für die Schweiz noch haben kann, und die – auch militärische – Notwendigkeit einer sicherheitspolitischen Integration unseres Landes in die Gemeinschaft der freiheitlichen, rechtsstaatlichen Demokratien Europas wird endlich ernsthaft diskutiert. Dazu trägt auch die Beseitigung von Illusionen über die Praxis und Bedeutung der Neutralität in der Vergangenheit bei. Während des Ersten Weltkriegs war sie sinnvoll und notwendig, auch und vor allem für den Zusammenhalt der Landesteile und Sprachregionen. Im Zweiten Weltkrieg konnte die bewaffnete Neutralität nach Frankreichs Kapitulation nicht mehr gelebt werden. Das Ziel der Verhindern der Besetzung durch Wehrmacht und SS konnte nur noch mit politischen und ökonomischen Mitteln verfolgt werden – die Armee war im Alpenréduit.
Hierzu nun insbesondere Marco Jorio: „Die Schweiz und ihre Neutralität“ (Link).
Früher erschienene PolitReflexe im Ressort „Geschichte und Gegenwart“:
„‚Wollt ihr den totalen Krieg?‘ – Was hat das mit der Ukraine zu tun?“ (Link)
„Atomwaffen im Kalten Krieg und heute“ (Link)
„Putins Sturz erwarten?“ (Link)
„‚Blut, Schweiss, Tränen‘: Was sagt uns Churchills Rede in der heutigen Lage?“ (Link)
„Könnte Putin dem Beispiel folgen, das US-Präsident Harry Truman gab?“ (Link)
„Greifen Diktaturen keine neutralen Staaten an?“ (Link)
„Die Erfahrung ‚Appeasement, München 1938‘ als Richtschnur für den Umgang mit Putin?“ (Link)
„Die Verheerungen zweier Weltkriege beeinflussen Europas Sicherheitspolitik“ (Link)
„Europas Ausnahmesituation nach 1945 – was tun wir, damit sie andauert?“ (Link)
„Wenn Diktatoren ihren Erfolg vernichten: Napoleon, Hitler – wird es einen Nächsten geben?“ (Link)
„Die Weltkriege des 20. haben Ursachen im 18. und 19. Jahrhundert“ (Link)