Hierzu nun eine Zuschrift von Peter Schäfer (Hinwil) in der NZZ vom 29.5.24:
Auszug:
„(…) Als Ergebnis des Ersten Weltkriegs wurden 1920 mit dem Vertrag von Trianon die Grenzen Ungarns neu gezogen. Ungarn schrumpfte auf etwa ein Drittel seiner Ausdehnung am Ende der k. u. k. Monarchie. Es musste Gebiete abtreten, die vollständig oder zu einem grossen Teil die heutige Slowakei, Slowenien und Kroatien ausmachen, grosse Teile des heutigen Rumäniens, Serbiens und der Ukraine und das schmale Burgenland an Österreich.
Der Teil, der heute zur Ukraine gehört, reichte bis weit östlich von Lwiw. Die Hälfte der 1920 abgesprochenen Gebiete wurden Ungarn zwischen 1938 und 1941 von den Nazis in den Wiener Schiedssprüchen erneut zugeschanzt oder wurden von Ungarn selbst zurückerobert, aber gingen mit dem Ausgang des Zweiten Weltkriegs wieder verloren.
Damit haben sich nationalistische Ungarn nicht abgefunden. Zwar fordert die Fidesz heute nicht offiziell Grenzrevisionen, dazu ist Ungarn ökonomisch zu sehr auf die EU angewiesen. Aber sie pflegt revisionistische Tendenzen, um irgendwann aufzutrumpfen. Orban stellt die Weichen für eine Zeit nach der Implosion der EU. Der Westen der Ukraine steht auf der Speisekarte der Fidesz. Wir müssen uns darauf einstellen, dass das der Hauptgrund ist, warum Orban Putin verteidigt und versucht, die Unterstützung für die Ukraine zu sabotieren.“
Hierzu auch:
„Orbans ‚grossungarische‘ Ambition – Sicherheitsrisiko für Westeuropa?“ (Link)