„Kaum ein Land der Welt, das völlig paranoide Nordkorea ausgenommen, hat sich in den vergangenen Monaten so stark abgeschottet wie China. Die Flugverbindungen mit der Volksrepublik sind drastisch zurückgegangen. Wer ein Visum für China bekommt, muss sich nach der Landung in quälend lange Quarantäne begeben und etliche Tests über sich ergehen lassen – einen Analabstrich inklusive.“ (Aus: Christoph Giesen: „Bedrohlich nationalistisch“. Tages-Anzeiger 11.3.21, S. 6)
Fährt jetzt China seine Tourismus-Industrie zu Boden – nicht nur für die Corona-Zeit, sondern langfristig, unter dem Primat von Macht- und Militärstrategie?
Damit nähme das Land erhebliche finanziellen Einbussen und soziale Problemen in Kauf, und es wäre darüber hinaus bedauerlich, denn „Reisen bildet“ – auch und speziell Reisen nach China. Uns öffnete eine China-Reise die Augen für die anhaltende Bedeutung der Demütigungen des Landes durch westlichen Imperialismus (Opium-Kriege), die Schwäche und Innovations-Unfähigkeit der Schlussphase der Kaiserherrschaft im 19. und am Übergang zum 20. Jahrhundert sowie der japanischen Aggression im 20. Jahrhundert.
Aber bei ihrem heutigen Selbstbewusstsein glaubt die chinesische Regierung offenbar, auf Förderung des Verständnisses für China im Ausland verzichten zu können.
Zum weiteren Zusammenhang siehe auch: „‚Souveränität‘ gegenüber der EU – und zum Ausgleich von Marktanteilsverlusten mehr Finanzgeschäfte mit China?“ (Link)