Sie befinden sich hier:

Zukunft des China-Geschäfts – am Beispiel der deutschen Autoindustrie.

Die Zukunft des China-Geschäfts beschäftigt nicht nur die Schweizer Industrie und Finanz, die nach Ersatz für drohende Verluste auf kontinentaleuropäischen Märkten suchen. Die „Frankfurter Allgemeine“ handelt Abhängigkeit und Risiken am Beispiel der deutschen Autoindustrie ab.

„Ausgebremst in China.“ Unter diesem Titel weist Hendrik Ankenbrand in der „Frankfurter Allgemeinen“ vom 20.4.21 auf deutsche Autohersteller hin, die bereits jedes dritte Auto nach China verkaufen. Dass es der deutschen Industrie in der Pandemie nicht noch viel schlechter gehe, sei auch ihrer starken Stellung in China zu verdanken.

Aber der Bundesverband der deutschen Industrie warne davor, dass China das Autarkie-Ziel verfolge und hierbei die Automobilherstellung zu einer Schlüsselbranche erklärt habe, die von den chinesischen Anbietern erobert werden solle. „Dass ihnen Peking dafür wie schon so oft Schüt­zen­hil­fe leis­tet, glau­ben nicht nur deut­sche Beden­ken­trä­ger, sondern auch Millio­nen von Anle­gern über­all auf der Welt“, schliesst der Autor. „Sie bewer­ten die chine­si­schen E-Auto-Start-ups schon heute höher als manchen deut­schen Tradi­ti­ons­kon­zern.“

*

Und dabei ist in diesem Artikel von den politischen und militärischen Risiken noch gar keine Rede. Für Peking ist Deutschland massgeblich mitverantwortlich für die Sanktionen der EU. Auch die Schweiz hat eine erste krasse Erfahrung gemacht: Der chinesische Botschafter in Bern hat kürzlich dem Bundesrat und der Exportwirtschaft in harten Worten den politischen Wohlverhaltens-Tarif durchgegeben.*

Militärische Risiken: Wird China zur Eroberung Taiwans ansetzen? Einen Grosskrieg mit den USA und ihren Verbündeten riskieren? Parteichef Xi schürt in Armee, Partei und Volk seit Jahren diese Erwartung – und untermauert sie durch Aufrüstung.

*   „USA? China? UK? Wie entwickeln sich die Voraussetzungen, Partnerschaften abseits der EU zu stärken?“ (Link)

„Die Schweiz allein gegenüber China? Welche Bedeutung der EU für die schweizerische China-Strategie?“ (Link)

„Nur durch Zulassung freier journalistischer Arbeit könnte China sein Ansehen verbessern.“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Sollen und werden Polen und Ungarn Mitglieder der EU bleiben?

Polen und Ungarn entfernen sich von der Rechts- und Wertegemeinschaft, die die Europäische Union sein will. Im Europäischen Parlament äussert sich der Wille, die beiden autoritären Staatsführungen zu sanktionieren, immer stärker. Der Glaube, dass die beiden Länder eine Zukunft in der Union haben, schwindet dahin. Aber Kommission und Ministerrat fällt es schwer, auf einen Kurs zu gehen, der zur Trennung führen kann. Strategisch gesehen ist das verständlich.

Weiterlesen »

Updated: Gleich vier Mitglieder des Bundesrats erkunden in Peking die Ausbaufähigkeit der Beziehungen.

Der Bundesrat vertraute schon lange nicht mehr auf das Zustandekommen des Institutionellen Rahmenabkommens. Deshalb musste er sich darauf einstellen, dass die Schweiz Marktanteile und Kooperationsmöglichkeiten in Kontinentaleuropa verliert. Um sie auszugleichen, scheint sich China anzubieten. Gleich vier Mitglieder der Landesregierung – Parmelin, Cassis, Maurer, Sommaruga – haben deshalb Besuche in Peking angekündigt. – Immer deutlicher wird aber erkennbar, wie riskant eine wachsende Abhängigkeit von China ist – auch weil die Drohgebärden Chinas gegen Taiwan immer massiver werden und die Gefahr eines Kriegsausbruchs immer grösser wird.

Weiterlesen »

Die EU sei Europa…

Die EU sei Europa. Das sagt uns ausgerechnet die polnische Botschafterin in der Schweiz und in Liechtenstein, und ausgerechnet in der „Weltwoche“ (21.10.21).

Weiterlesen »