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Die Tötung Soleimanis offenbart Schwächen beider Konfliktparteien

In Washington und Teheran müssten jetzt dramatische Auseinandersetzungen zwischen Realisten und Scharfmachern geführt werden. Denn die Tötung Soleimanis offenbart beiden Konfliktparteien Schwächen. Werden sie ihnen Rechnung tragen?

Iran war unfähig, einen seiner wichtigsten militärischen und politischen Führer zu schützen. Die USA wussten, wo er sich befand, und hatten die Mittel, ihn zu vernichten. Welche anderen Personen und welche Anlagen setzt Teheran der Vernichtung aus, wenn es versucht, sich massiv zu rächen? Muss das Regime sogar dann, wenn es den Rachedurst von Scharfmachern unter Kontrolle bringt, mit weiteren Schlägen rechnen, mit denen die USA gegen den politischen Einfluss und die militärische Präsenz, die Iran unter Soleimanis Führung aufgebaut hat, vorgeht? Ist Iran nicht gezwungen, erste Priorität der Erhöhung der eigenen Sicherheit und der Sicherung des erreichten Einflusses zu geben?

Die Administration Trump kann zwar von einer massiven militärischen und technologischen Überlegenheit ausgehen, aber sie scheint noch keine erkennbare, überzeugende politische und militärische Strategie zu haben. Sie steht vor schwer vorhersehbaren Risiken, auch für die Weltwirtschaft und damit für die Wirtschaft der USA. Wieviel Schaden kann Iran anrichten, wenn sich die Rachedurstigen gegen die Realisten durchsetzen? Werden sich die USA letztlich entscheiden müssen, ob sie militärisch gegen das iranische Staatsgebiet vorgehen? Wie wird sich Russland verhalten, wenn sich abzeichnet, dass die USA militärische Schritte zur substanziellen Entmachtung Irans in der Region und zu einem Regime Change unternehmen? Ist in den USA eine Mehrheit der Bevölkerung bereit, im Extremfall eine neue Vietnam-Erfahrung hinzunehmen?

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Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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