Steueroptimierung – Kulturschaffen?
Immer krasser: Die Verdrängung des schweizerischen Kulturschaffens aus der Tagespresse.
Immer krasser: Die Verdrängung des schweizerischen Kulturschaffens aus der Tagespresse.
„Sport treiben hilft doch nicht“, titelt die „NZZ am Sonntag“ auf ihrer „Wissen“-Seite vom 18.12.22 (S. 51). Aber die darunter stehende Kürzest-Meldung ist nicht beurteilbar und kann deshalb nicht Grundlage für eine Infragestellung präventiver Empfehlungen sein.
„Wer fürsorglich seine betagte Mutter pflegt, kann seine Pläne im Beruf nicht mit höchstem Engagement vorantreiben“, stellt Jonas Projer, Chefredaktor der „NZZ am Sonntag“, in der Ausgabe vom 6. November 2022 fest. „Auch Teilzeitarbeit hält leider nicht, was sie verspricht: Anders als viele junge Frauen und Männer hoffen, tangiert Teilzeit – ab einer gewissen Stufe – durchaus den beruflichen Erfolg.“
Entwicklung der „Feuilletons“: Platz und personelle Kapazität für Alles und Jedes – aber immer weniger für Kulturkritik, für die kompetente, kritische Vorstellung neuen schweizerischen Kulturschaffens.
Zug verspätet oder ausgefallen, Flug gecancelt, Bedienung im Restaurant langsamer als früher, noch seltener ein Handwerker, der Zeit hat, eine angelernte Hilfslehrerin in einer Grossklasse, die Arztpraxis überfüllt – die Stress-Symptome unserer Gesellschaft erstrecken sich über alle Lebensbereiche und nehmen zu. Können wir uns allmählich besser darauf einstellen?
Individuell gibt es ernstzunehmende Gründe, nicht stimmen und wählen zu gehen. Aber je mehr die Stimm- und Wahlbeteiligung sinkt, desto mehr werden Populisten die Legitimität von demokratischen Entscheiden und von Behörden in Frage stellen: „WIR sind das Volk!“ – und nicht die Mehrheit der Minderheit, die eine Abstimmung oder eine Wahl entschieden hat. – Mit einem Beitrag von Marco Bezjak, Stiftungsratspräsident der Mojuga, Stiftung für Kinder- und Jugendförderung.
In der kommenden warmen Jahreszeit werden Jugendliche vermehrt die Freiheiten geniessen, die sie nach dem Wegfall der Corona-Massnahmen wiedergewonnen haben. Einige werden über die Stränge schlagen – und bei Erwachsenen auf eine zunehmende Dünnhäutigkeit stossen. Aus der Jugendarbeit kommen nun Empfehlungen, wie Spannungen im öffentlichen Raum vermindert oder verhindert werden können, und ein Appell an die Behörden, die Jugendarbeit zu stärken. An die Öffenlichkeit getreten ist die Stiftung MOJUGA.
Befremdet vernehmen wir, dass offenbar eine grosse Mehrheit der russischen Bevölkerung hinter Putin und seinem Angriff auf die Ukraine steht. Anlass, sich mit den Alternativen politisch bewusster Menschen in einer immer brutaleren Diktatur zu befassen – und dann auch mit Zivilcourage in der liberalen Demokratie.
„Wer Militär besitzt, muss damit umgehen können, zu töten“, schreibt Eric Gujer, Chefredaktor der NZZ in seinem Leitartikel vom 26.3.2.2022. „Deutschland kann das nicht.“ Muss die Bereitschaft zum Töten gefördert werden, um den Westen bereit zu machen für die drohenden militärischen Auseinandersetzungen mit Russland, China und starken Mittelmächten wie Iran?
Die Pflege der Eltern gehört zu den Gründen, weshalb Menschen ihr Arbeitspensum reduzieren oder ganz aus der Erwerbsarbeit aussteigen – eine Realität, der sich Alzheimer Schweiz* intensiv annimmt. Zusammen mit ihren Kantonalsektionen berät, unterstützt und entlastet sie die pflegenden und betreuenden Angehörigen. – Die Rückkehr ins Erwerbsleben, in eine entwicklungsfähige berufliche Laufbahn, kann schwierig sein und sogar misslingen – was auch ein Armutsrisiko werden kann. Dies gehörte zu den Themen einer „Career-Relaunch-Konferenz“ an der Universität St. Gallen (HSG).
Es ist von grosser Bedeutung für das Kulturleben, dass die Medienförderung, über die wir am 12. Februar abstimmen, angenommen wird, und dass sie dann die Fähigkeit der Redaktionen bewahrt und stärkt, über das schweizerische Kulturschaffen zu berichten und durch kompetente Kritik zu seiner Weiterentwicklung beizutragen. Hierfür setzt sich auch Suisseculture, die Dachorganisation der Kulturschaffenden, ein.
„Das eigentliche Problem ist schlimmer als die tiefe Impfquote“, kommentiert Armin Müller, Mitglied der Chefredaktion der „SonntagsZeitung“ (7.11.21): „Eine nicht unbedeutende Minderheit im Land hat kein Vertrauen mehr. Und zwar nicht nur in die Impfstoffe, sondern auch in Behörden und Experten. Die Gräben werden nicht einfach wieder verschwinden. Der Vertrauensverlust wird das Finden von Lösungen für andere drängende Probleme in der Schweiz noch lange erschweren.“