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Wenn auch noch das Zähnepflegen ins „Feuilleton“ Einzug hält

Entwicklung der „Feuilletons“: Platz und personelle Kapazität für Alles und Jedes – aber immer weniger für Kulturkritik, für die kompetente, kritische Vorstellung neuen schweizerischen Kulturschaffens.

Das war einmal: Das „Feuilleton“ als Kulturressort, als Informationsmittel über schweizerisches Kulturschaffen und kritisches, weiterführendes Resonanzorgan für schweizerische Kulturschaffende.

Die Themen der „Feuilletons“ sind durchaus interessant, auch und gerade durch ihre internationale und thematische Offenheit. Die „Feuilletons“ bringen uns die Highlights der Weltkultur und die grossen Debatten um gesellschaftliche Entwicklungen ins Haus. Nicht unbedingt müsste es auch noch um die Zahnpflege gehen (wie auf dieser Seite des NZZ-„Feuilletons“ vom 19.10.22) – ein Thema, das eher auf der „Panorama“-Seite oder in der thematisch gemischten Wochenendbeilage zu erwarten gewesen wäre.

Aber beobachten Sie einmal ein paar Tage, wie oft Ihnen im „Feuilleton“ oder im Ressort „Kultur und Gesellschaft“ Ihrer Zeitung kritisch eine Neuerscheinung einer Autorin, eines Autor vorgestellt wird, die/der in der Schweiz wirkt.

Es wird wohl keinen Weg zurück geben. Umso mehr verdienen die Spezialangebote Beachtung, Verbreitung und Weiterverbreitung, die auf das schweizerische Kulturschaffen fokussieren, wie zum Beispiel Viceversa Literatur (Link) und Literatur Schweiz (Link).

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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