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164 Artikel

Europa nach dem Zweiten Weltkrieg – eine haltbare Ordnung?

Fast gleichzeitig wurde in zwei politisch höchst unterschiedlich positionierten Zeitungen für die Entwicklung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg das Wort „Wunder“ verwendet: Vom einen Autor für die Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland, vom andern für die Europäische Union.

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Als in Zürich für Pablo Casals Fonds für Opfer des spanischen Bürgerkriegs konzertiert wurde

Der spanische Bürgerkrieg (1936-1939) endete mit dem Sieg der durch Italien und Deutschland militärisch unterstützten Faschisten, geführt durch General Francisco Franco, danach Spaniens Diktator bis 1975. Die soeben erschienene Doppelbiografie „Roshardt und Roshardt, Zwei Leben für die Kunst“ ruft in Erinnerung, dass republikanische Spanienkämpfer auch aus Zürich auf breiter politischer Basis Unterstützung erhielten.

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Als in Zürich Juden verbrannt wurden

Der Hamas-Terror zieht die Aufmerksamkeit auf die historische Kontinuität des Antisemitismus, und auf dessen fürchterliche Tiefpunkte. Im Spätmittelalter, zur Herrschaftszeit Bürgermeister Rudolf Bruns, wurden auch in Zürich Juden verbrannt. Wie in andern Teilen Europas beschuldigte man sie, durch Brunnenvergiftung die Pestepidemie von 1348/49 ausgelöst zu haben.

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Wenn Völker den Aufstieg brutaler Führer nicht verhindern

Wenn Israel den Gaza-Streifen angreift, droht der dort lebenden palästinensischen Zivilbevölkerung, durch die Hamas-Führung als menschlicher Schutzschild missbraucht zu werden. Den historischen Beispielen, was Völker erleiden, die den Aufstieg brutaler Führer nicht verhindern, würde dadurch ein weiteres hinzugefügt.

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AfD – je mehr Wähleranteil, desto demokratischer?

Alexander Kissler von der Berliner Redaktion der NZZ in deren Ausgabe vom 10.10.23: „Je mehr Menschen sich der AfD zuwenden, desto lächerlicher wird es, die rechte Konkurrenz als in Gänze undemokratisch abzutun. Auch ungeklärte Verbindungen zu Russland und China berechtigen bis jetzt nicht zu diesem wirkungslosen Pauschalurteil.“

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Verteidigungsvorbereitung mit dem Ausland – von General Guisan bis heute

Konservative, die darauf pochen, dass es die Schweiz ihrer Armee verdankte, nicht durch die Nazis besetzt geworden zu sein, wehren sich heute gegen Verteidigungsvorbereitung mit der NATO – als ob sich die Schweiz heute oder morgen gegen eine Gross- oder gar Supermacht ohne Unterstützung einer anderen Macht ab Landesgrenze verteidigen könnte. Mit Recht weist der Chef der Armee in einem Interview darauf hin, dass der Bundesrat und General Guisan mit Frankreich Pläne für eine gemeinsame Verteidigung erarbeiten liessen. Nach Frankreichs Kapitulation setzten sie die Réduit-Strategie in Kraft.

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Weshalb sich wieder mehr Menschen dem Nationalsozialismus zuwenden

FPÖ-Chef Norbert Kickl, der österreichischer Bundeskanzler werden könnte, findet es patriotisch, dass seine Parteijugend in einem Video den Wiener „Hitlerbalkon“ zeigt. Maximilian Krah, Spitzenkandidat der AfD für die Europawahlen, appelliert an die Deutschen, stolz auf die Nazizeit zurückzublicken**. Die Diskussion, ob Hubert Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident Bayerns, in der Jugend antisemitisch und rechtsextrem gewesen sei, gibt seinen Freien Wählern vor den Wahlen Auftrieb.***

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Geschichten aus dem Kalten Krieg – in Putins Sinn erzählt

Die Weltwoche, Zeitung des Ressortchefs Europapolitik der SVP, hat „von den USA unterstützte Versuche eines Regimewechsels während des Kalten Krieges (1947–1989)“ zusammengestellt. Vorab: Würde man die Liste ab1942 führen, müsste man aufnehmen, dass die USA entscheidend zum Sturz von Hitler und Mussolini beitrugen.

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Orbans „grossungarische“ Ambition – Sicherheitsrisiko für Westeuropa?

Käme Viktor Orban Russland strategisch entgegen, würde er die Allianz wechseln, wenn ihm Russland nach einer „Neuordnung“ Europas die Rückgabe ehemaliger „Grossungarn“-Territorien verspräche, die Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg durch den Vertrag von Trianon verlor? Dann könnten russische Truppen zur österreichischen Grenze vorrücken, und durch ein militärisch schwaches Österreich an die Grenze der NATO, an Bodensee und Rhein.

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„Die Schweiz als Ereignis“ – 50 schmackhafte Portionen Zeitgeschichte

Viel lieber spät als nie: Soeben habe ich dieses Buch „Die Schweiz als Ereignis“ entdeckt, das NZZ-Inlandredaktor Marc Tribelhorn 2017 herausgab. Es ist noch greifbar, und es sei allen herzlich empfohlen, die sich der Bedeutung der jüngeren Vergangenheit für das Verständnis der Gegenwart und der möglichen Zukunftsentwicklungen bewusst sind – und gern spannende Kurztexte lesen.

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Verteidigung der Neutralität – Verteidigung des Staatsgebiets

Die SVP fordert, der Studienkommission, die VBS-Chefin Viola Amherd eingesetzt hat, einen Schwerpunkt «Verteidigung der immerwährenden, bewaffneten und umfassenden Neutralität zur Sicherung der Unabhängigkeit unseres Landes und der Unverletzlichkeit des Schweizer Staatsgebiets» zu setzen (Tages-Anzeiger 4.7.23*). Für die Partei eine zweischneidige Forderung.

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