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Verteidigungsvorbereitung mit dem Ausland – von General Guisan bis heute

Konservative, die darauf pochen, dass es die Schweiz ihrer Armee verdankte, nicht durch die Nazis besetzt geworden zu sein, wehren sich heute gegen Verteidigungsvorbereitung mit der NATO – als ob sich die Schweiz heute oder morgen gegen eine Gross- oder gar Supermacht ohne Unterstützung einer anderen Macht ab Landesgrenze verteidigen könnte. Mit Recht weist der Chef der Armee in einem Interview darauf hin, dass der Bundesrat und General Guisan mit Frankreich Pläne für eine gemeinsame Verteidigung erarbeiten liessen. Nach Frankreichs Kapitulation setzten sie die Réduit-Strategie in Kraft.

Korpskommandant Thomas Süssli, Chef der Armee, in einem Interview des Tages-Anzeigers (18.9.23, Link):

„Schon General Guisan hatte den Auftrag, die Verteidigung autonom zu führen. Aber wäre die Schweiz angegriffen worden, wäre die Neutralität hinfällig geworden. Guisan sollte sich darauf vorbereiten, in diesem Fall eine Kooperation einzugehen – über die dann der Bundesrat entschieden hätte. Dieses Prinzip ist noch heute so. Wir müssen sicherstellen, dass es die Option einer Zusammenarbeit gibt. Dafür müssen wir Interoperabilität aufbauen, damit wir im Notfall mit anderen Streitkräften zusammenarbeiten könnten. Das geht nicht einfach so (schnippt mit den Fingern).“

*
Zu ergänzen ist, dass 1940, als die französische Armee vor der deutschen kapitulierte, Bundesrat und General die Réduit-Strategie in Kraft setzten: Das Gros der Armee wurde in den Alpenraum zurückgezogen. Widerstand ab Landesgrenze gegen Wehrmacht und SS wurde als aussichtslos erachtet. Man wollte sich darauf konzentrieren, wenigstens einen Teil des Landes unter schweizerischer Kontrolle zu behalten: Jenen, der am besten zu verteidigen war.

Mehr dazu:

„Verteidigung der Neutralität – Verteidigung des Staatsgebiets“ (Link)

„Allein gegen eine Supermacht?“ (Link)

„Wenn die Schweiz ein Wappentier hätte, wäre es der Fuchs, nicht der Igel“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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