Anlass dieses Kurzberichts ist ein Besuch im Haus Brunngasse 8 in Zürich, das im Eigentum der Stadt Zürich steht und durch einen Verein zu einem Museum zur Geschichte des Zürcher Judentums ausgestaltet wurde. Es erinnert an die jüdische Familie einer Mutter namens „Frau Minne“, die um 1330 hier lebte. Söhne wurden Opfer der Zürcher Judenverfolgung. Link zur Homepage von „Schauplatz Brunngasse“. Das Haus ist mit seinem Festsaal und dessen zum Teil satirisch anmutenden Fresken mit Themen des Zusammenlebens von Adel und Landvolk auch kunsthistorisch sehr interessant.
Mehr dazu in einem SRF-Gespräch mit Dölf Wild, Vizepräsident des Vereins und ehemaliger Stadtarchäologe: Link. Auszug: „Die christliche Oberschicht habe direkt von der Judenverfolgung profitiert, erklärt Dölf Wild. Die Schulden, die sie bei den Juden hatten, seien einfach aufgehoben worden. «Das ist mehrfach belegt. Jüdische Häuser wurden enteignet, Schulden gestrichen.»“ Die in diesem Bericht erwähnten Vorschläge, die Rudolf-Brun-Brücke in Frau-Minne-Brücke und die Brunngasse in Moses-ben-Menachem-Gasse umzubenennen, wurden nicht ausgeführt.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 13 bis 17 Uhr.
Zur Geschichte des Judentums im Zürcher Spätmittelalter siehe auch diese Webseite des städtischen Hochbaudepartements: „Zur Judenschule“ / „Zum Burghof“, Froschaugasse 4 (Link).
Zum weiteren, gesamtschweizerischen Zusammenhang: Artikel „Judentum“ im Historischen Lexikon der Schweiz (Link).