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Medienpolitik: NZZ-Kommentator amüsiert sich über Appell an die grossen Medienhäuser.

„Auffällig ist, dass die Studie keine Empfehlung zur kontrovers diskutierten Medienförderung des Bundes abgibt“, schliesst Urs Hafner seinen Kommentar in der NZZ vom 26.7.21 zum Bericht einer Expertengruppe der Akademien Schweiz über Wissenschaftsjournalismus. „Hier hätten die Akademien punkten können: Sollte nicht auch der Wissenschaftsjournalismus, wenn er doch so wichtig ist für die Gesellschaft, vom anstehenden staatlichen Geldsegen profitieren? Stattdessen fordern die Akademien die Medienhäuser auf, Wissenschaftsjournalisten einzustellen. Das wird diese schwer beeindrucken.“

Gegen staatliche Medienförderung wird unter anderem geltend gemacht, die Medienhäuser müssten allein dafür sorgen, dass der Journalismus auch künftig die Voraussetzungen für informierte demokratische Partizipation schafft. Es ist deshalb bemerkenswert, dass die NZZ-Medienredaktion, die kürzlich – beim Ausscheiden des langjährigen Redaktors  Rainer Stadler – dem Leiter des Kulturressorts und damit dem rechten Redaktionsflügel unterstellt wurde – dieses Argument hämisch vom Tisch wischt.

Das heisst allerdings kaum, dass sie sich – wenigstens für offensichtlich bedrängte Sparten wie Wissenschafts- und Kulturjournalismus – für staatliche Medienförderung aussprechen wird. Dem hat Urs Hafner bereits vorgebeugt. Er tut es als „unhinterfragte Prämisse“ ab, „dass die Gesellschaft mehr Wissenschaftskommunikation brauche, also mehr und besser Bescheid wissen sollte über 5G, Impfungen, Gentechnologie, Tierversuche und Klimawandel“.

Je weniger Wissenschaftskommunikation, desto freier die Bahn für Populismus der „alternativen Fakten“. Die Studie der Expertinnen und Experten von Akademien Schweiz zeigt Notwendigkeit und Wege auf, dieser Fehlentwicklung entgegenzutreten. Es ist nötig und lohnt sich, sich damit zu befassen.

Mehr dazu, und Link zum Expertenbericht:

„Was tun, um die Wirkung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Gesellschaft und Politik zu steigern?“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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