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Das Schweizer Kulturschaffen verliert seine Resonanz

Die „NZZ am Sonntag“ berichtet am 7. Januar 2024 über den Niedergang regionaler Kulturmagazine. Dennoch sei „in der Vorlage zur Kulturbotschaft 2025 Kulturpublizistik kein Thema“. – Immerhin unterschrieben mehr als 1’200 Personen das von ch-intercultur lancierte Manifest „Der Kulturjournalismus gehört in die Kulturbotschaft“.

„Dr Schnuuf esch uus“: Unter diesem Titel berichtet Martina Läubli über eingestellte und in ihrer Existenz gefährdete regionale Kulturmagazine. „Dr Schnuuf esch uus“: Mit diesen Worten habe Yves Stuber, Mitgründer des Oltner Kulturmagazins „Kolt“, vor einem Jahr dessen Einstellung mitgeteilt.

Ende 2023 stellte auch das Luzerner Online-Magazin „Kultz“ sein Erscheinen ein. In Winterthur kämpfe das Kulturmagazin „Coucou“ ums Überleben, nachdem die Stadt die Subventionen für 2025-2028 abgesagt habe.

Als Antwort auf das „allmähliche Verschwinden der Schweizer Kultur aus der Berichterstattung der meisten grossen Medien“ seien in den letzten 15 Jahren zahlreiche lokale Kulturmagazine gegründet worden. Es sei ihnen aber fast unmöglich, genügend Abonnements zu verkaufen. Das Überleben hänge von externer Finanzierung ab. So behaupteten sich das Ostschweizer Magazin „Saiten“ und das „Frida“-Magazin (in Chur) „mit einer Kombination von kantonaler und privater Finanzierung“.

Ergänzend zu diesen auf Kultur fokussierenden Regionalmagazinen ist auf ein Kulturmagazin mit gesamtschweizerischer, auch die Sprachregionen übergreifender Optik wie „Viceversa Literatur„, dessen Finanzierung ebenfalls gefährdet ist, anderseits auf generalistische Online-Angebote wie die überregionale „Republik“ und die regionalen „Tsüri“, „Bajour“, „Journal B“, „Hauptstadt“ mit unterschiedlicher Kulturberichterstattung hinzuweisen.

„Wer das Schweizer Kulturleben in seiner Vielfalt und regionalen Dynamik abbilden will, kann sich nicht allein auf zahlende Leserinnen und Leser verlassen“ schliesst Martina Läubli den Artikel: „Dafür ist unser Land zu kleinteilig. In der Diskussion um die Kulturförderung hat diese Tatsache aber noch keinen Widerhall gefunden. In der Vorlage zur Kulturbotschaft 2025-2028 ist Kulturpublizistik kein Thema.“

*

Zur Kulturbotschaft 2025-2028 fand 2023 das Vernehmlassungsverfahren statt. Derzeit erarbeitet das Bundesamt für Kultur die Botschaft erarbeitet. Der Bundesrat wird sie voraussichtlich diesen Frühling zuhanden von National- und Ständerat verabschieden.

Link zum Manifest „Der Kulturjournalismus gehört in die Kulturbotschaft“ und zur Stellungnahme von ch-intercultur im Vernehmlassungsverfahren.

Deklaration: Der Verfasser dieses Textes ist Präsident des Vereins ch-intercultur.

Mehr dazu:

„Steueroptimierung – Kulturschaffen“ (Link)

„Die Krise der schweizerischen Kulturkritik überwinden“ (Link)

„Rückgang der Kulturkritik in Schweizer Medien“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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