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„Soft Skills“ wie Sozialkompetenz und Fähigkeit zur Vertrauensbildung gewinnen an Bedeutung

Schafft die Coronakrise ein revolutionäres Potenzial in Europa? Es wäre naiv, nicht damit zu rechnen, dass Populisten und Extremisten links und rechts Teile der vielen neuen Arbeitslosen und Armen mobilisieren werden. Ob Demokratie, Rechtsstaat und soziale Marktwirtschaft diesem Ansturm standhalten werden, hängt nicht nur von den Programmen ihrer Verteidigerinnen und Verteidiger, sondern auch von Kompetenzen ab, die man zuvor oft als „Soft Skills“ geringschätzte: Sozialkompetenz und Fähigkeit zur Vertrauensbildung.

In meiner Generation galt es weithin als ausgemacht, dass es in Europa spätestens seit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft kein erfolgversprechendes revolutionäres Potenzial mehr gab. In einigen Ländern, etwa in Frankreich, musste und muss zwar damit gerechnet werden, dass sich eine revolutionäre Tradition in Erinnerung ruft. General Charles de Gaulle musste als Staatpräsident unter dem Druck der 68-er Revolte zu einer französischen Armeekaserne im deutschen Baden-Baden fliegen, um sich der Loyalität der Armee zu vergewissern (Link zu einem Artikel von Stefan Brändle). Aber Frankreich blieb Republik und eine stark regulierte, aber trotzdem exportfähige Marktwirtschaft.

Wir tun gut daran, uns darauf vorzubereiten, dass diese Gewissheit jetzt zu Ende gegen kann. Wer sich für den Fortbestand der rechtsstaatlichen, freiheitlichen Demokratie und für eine soziale Marktwirtschaft einsetzt, muss sich ganz konkret darauf vorbereiten, mit Arbeitslosen und Armen zu kommunizieren und  sich gegen linke und rechte Agitation zu behaupten.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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