In meiner Generation galt es weithin als ausgemacht, dass es in Europa spätestens seit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft kein erfolgversprechendes revolutionäres Potenzial mehr gab. In einigen Ländern, etwa in Frankreich, musste und muss zwar damit gerechnet werden, dass sich eine revolutionäre Tradition in Erinnerung ruft. General Charles de Gaulle musste als Staatpräsident unter dem Druck der 68-er Revolte zu einer französischen Armeekaserne im deutschen Baden-Baden fliegen, um sich der Loyalität der Armee zu vergewissern (Link zu einem Artikel von Stefan Brändle). Aber Frankreich blieb Republik und eine stark regulierte, aber trotzdem exportfähige Marktwirtschaft.
Wir tun gut daran, uns darauf vorzubereiten, dass diese Gewissheit jetzt zu Ende gegen kann. Wer sich für den Fortbestand der rechtsstaatlichen, freiheitlichen Demokratie und für eine soziale Marktwirtschaft einsetzt, muss sich ganz konkret darauf vorbereiten, mit Arbeitslosen und Armen zu kommunizieren und sich gegen linke und rechte Agitation zu behaupten.