Sie befinden sich hier:

Corona: Vorschläge, zu denen wir auch noch stehen können, wenn die Fallzahlen wieder steigen.

Wer Lockerungen der Corona-Massnahmen fordert, sollte auch dann noch dazu stehen können, wenn die Fallzahlen ab Mitte März wieder steigen. Auch wenn sie stark steigen – was nicht sicher ist, aber gut möglich. Das kann aber anderseits nicht heissen, dass wir die Lockdown-Schäden verkennen, weil sie erst allmählich eintreten, im Gegensatz zu den täglich neuen Corona-Erkrankungen.

Wir wissen genug über die Schäden der Stilllegung des Gesellschafts- und Wirtschaftslebens, um zu erkennen, dass wir diese nicht unbegrenzt weiterführen können. Dies nicht wegen begrenzten Gewinnmöglichkeiten von Leuten, denen es ökonomisch und sozial gut geht, sondern wegen der gehemmten und verhinderten Entwicklung junger Menschen, wegen der Überforderung junger Familien zwischen Erziehung und Home Office, und wegen der Vereinsamung alter Menschen.

Wenn wir damit rechnen müssen, dauerhaft mit Pandemie zu leben, müssen wir den Menschen trotzdem die Chancen eines eigenverantwortlichen, tätigen, angeregten, gemeinschaftlichen Lebens zurückgeben. Die Eindämmung der Viren muss weitergeführt werden, aber mit präziseren, wirksameren, weniger einschneidenden Massnahmen.

Mehr dazu hier:

„Corona: Öffungsprogramm muss einen zweiten Teil haben“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Sozialpolitik rückt ins Zentrum

Es sind nicht nur schwere ungelöste Sachprobleme wie die Sicherung der Altersvorsorge, die zu einem starken Anstieg der Sozialpolitik in der Themenhierarchie führen. Soziale Fragen drängen sich immer stärker auch in anderen Politikbereichen in den Vordergrund, besonders in der Gesundheits- und der Europapolitik. Dazu kommt eine wachsende Entschlossenheit und Lust links und rechts, für Prinzipien zu kämpfen.

Weiterlesen »

Urlaub auch für Betreuung alter und kranker Angehöriger

Aus Liebe oder Pflichtgefühl betreuen viele Menschen alte und kranke Angehörige. Damit entlasten sie auch die öffentliche Hand und die Krankenversicherungen. Aber oft überfordern sie sich und werden selber krank. Und wenn sie ihre Erwerbsarbeit reduzieren oder aufgeben, droht ihnen Verarmung. Nun fordert die Sozialversicherungs- und Arbeitsrechtsprofessorin Gabriela Riemer-Kafka einen Betreuungsurlaub. Im Folgenden wird auf eine Besonderheit bei Demenzkrankheiten hingewiesen.

Weiterlesen »

Für die Corona-Massnahmen ist der Gesamtbundesrat verantwortlich.

Marco Chiesa, Präsident der SVP, nimmt in der NZZ vom 4.1.21 die Corona-Massnahmen zum Anlass zur wohl krassesten Absage an Konkordanz und Kollegialprinzip, die man von dieser Partei bisher vernahm*: „Gesundheitsminister Alain Berset zerstört ganze Branchen, und seine Parteikollegen spielen sich dann als deren Retter auf. Allerdings retten sie diejenigen, die vor dem Ruin stehen, nicht mit ihrem eigenen Geld, sondern mit demjenigen der Steuerzahler. Das kommt mir vor, als breche man jemandem beide Beine, hole dann einen Rollstuhl und erwarte, dass sich das Opfer bedankt und am Schluss noch die Rechnung für den Rollstuhl zahlt.“

Weiterlesen »