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Corona: Drohendes „Eliten“-Versagen. Es braucht mehr direkte, persönliche Auseinandersetzung.

Chefärzte von Universitätsspitälern, die dringende Operationen verschieben müssen, fordern in der Sonntagspresse Lockdown. Im Kanton Zürich üben sie harte Kritik am Regierungsrat. Das ist verständlich. Aber das Potenzial der direkten, persönlichen Auseinandersetzung innerhalb der „Eliten“ kann und muss besser ausgeschöpft werden.

Führende Verantwortliche aus Medizin, Forschung, Wirtschaft und Politik gehören zum Beispiel gemeinsam Service-Clubs an: Rotary, Lions, Kiwanis… Sie kennen sich gut und bekennen sich zu gemeinsamen Werten. Jetzt kommunizieren sie über Massenmedien. Nichts dagegen – aber wie viel könnte es bringen, wenn sie einander direkt Rede und Antwort stünden?

Es gibt Ärztinnen und Ärzte, die Parteien angehören. Verständlich, wenn ihnen jetzt die Zeit fehlt, sich direkt mit ihren Parteileitungen, Politikerinnen und Politikern auseinanderzusetzen.

Aber ein E-Mail wäre schnell geschrieben – und vielleicht nicht wirkungslos:

„Lieber Parteifreundin, lieber Parteifreund – liebe Clubfreundin, lieber Clubfreund, wenn du es der Task Force nicht glaubst, glaub es bitte mir: So kann es nicht mehr weitergehen. Wir werden Patientinnen und Patienten jeden Alters abweisen müssen, die dringend operiert werden müssten. Nimm Einfluss! Auch mir ist nicht egal, wenn Unternehmen verschwinden, Menschen ihre Arbeit verlieren, Psychotherapie oder psychiatrische Behandlung brauchen, verarmen, in Folge der Armut krank werden, die Zahl der Suizide steigt. Aber es wird Wirtschaft und Gesellschaft mindestens ebenso schädigen, wenn wir nicht endlich wirksame Massnahmen ergreifen.“

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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