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„DIE Gegner der AfD“ – wenn NZZ-Berlin den bestimmten Artikel setzt

„Die Gegner der AfD und die autoritäre Versuchung“ überschreibt Morten Freidel, Redaktor der NZZ Deutschland, seinen Beitrag zur Newsletter-Reihe „Der andere Blick“. „DIE Gegner“ – was besagt diese Ausdrucksweise?

Erstens: „DIE“ sind so – das ist eine Verallgemeinerung. Nicht „es gibt welche“, sondern: Wer Gegnerin oder Gegner der AfD ist, ist autoritär versucht.

Zweitens: WIR sind natürlich nicht „autoritär versucht“. „DIE“ sind die Anderen – nicht WIR, nicht ICH.

Eine so klare Aussage, dass zumindest die NZZ-Redaktion in Berlin NICHT zu den Gegnerinnen und Gegnern der AfD gehört, war wohl überfällig.

Seit Jahren schreibt NZZ-Berlin für die Beteiligung der AfD an Regierungsmacht – unbesehen der Frage, welche Anforderungen an eine Koalitionsvereinbarung sie stellen würde, und unbesehen der Frage, wie AfD-Führerinnen und -Führer Regierungsmacht ausüben würden.

Es kann sein, dass die Koalition Union & SPD am Kompromiss-Unwillen der Basis beider Partner scheitert. Dann wird sich zeigen: Bildet sich in der Union eine Mehrheit, die Koalitionsverhandlungen mit der AfD bejaht? Fraglich, eher nein – zu Viele in der Union kennen die AfD gut genug, um sie von Regierungsmacht fernhalten zu wollen. Aber wenn doch: Wie verhält sich die AfD? Versucht sie, koalitionsfähig zu werden, oder setzt sie auf möglichst unverzügliche Neuwahlen?

Siehe auch:

„Welche Rolle will und kann die AfD spielen, wenn die deutsche Regierungskoalition scheitert?“ (Link)

„Die NZZ hat sich entschieden: Die AfD muss mitregieren können“ (Link)

 

 

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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