In den Kriegen, die derzeit geführt werden, wird das humanitäre Völkerrecht anscheinend durch alle Kriegsparteien weitestgehend missachtet. Wiederbesinnung auf die Entwicklung des Roten Kreuzes und, damit verbunden, des humanitären Völkerrechts, und Verbreitung des Wissens darum ist deshalb nötiger denn je.
Das erneuerte Henry-Dunant-Museum trägt dazu bei mit vielfältigen, modernen kommunikativen und didaktischen Methoden. Es richtet sich sowohl an Erwachsene als auch an Jugendliche, Kinder und Schulklassen. Themen sind nicht nur die Licht- und Schattenseiten von Henry Dunants Leben, sondern auch aktuelle Probleme der Völkerrechtsgeltung und der Tätigkeit des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). So wird auch dargelegt, dass das IKRK gegenüber Kriegsparteien strikt neutral sein muss, um sich für die Kriegsopfer einsetzen zu können, und dass es für diese Neutralität auch dann und wann kritisiert wird. Und es wird auf die Ländergesellschaften des Roten Kreuzes, des Roten Halbmonds und des Roten Kristalls auf allen Kontinenten hingewiesen.
Das Henry-Dunant-Museum in Heiden ist eine sehr verdienstvolle Leistung des Trägervereins und seines Freundeskreises sowie der Gemeinde Heiden, mit starker Unterstützung durch den Kanton Appenzell-Ausserrhoden, das Schweizerische Rote Kreuz und private Stiftungen. Es findet über die Landesgrenze hinaus Beachtung. Eine besondere Beziehung besteht zu Japan, versinnbildlicht in einer Replik der „Peace Bell“, einer Glocke, die in Nagasaki den Atombombenabwurf unbeschädigt überstand.
Möge die gelungene Modernisierung zu einem Schub der Beachtung dieses wichtigen Ortes der Wissensvermittlung und der Besinnung führen!
Link zur Homepage des Henry-Dunant-Museums.
Sehr lesenswert Eveline Hasler: „Der Zeitreisende. Die Visionen des Henry Dunant“ (Link zu einer Rezension)