Sie befinden sich hier:

Das erneuerte Henry-Dunant-Museum in Heiden verdient grosse Beachtung

Henry Dunant, Initiant und einer der Gründer des Roten Kreuzes, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Heiden im Appenzeller Vorderland, ob dem Bodensee. Im ehemaligen Spital, in dem Dunant lebte, befindet sich ein sehr sehenswertes, auch durch seinen Aktualitätsbezug interessantes Museum. Am Freitag, 9. August 2024 wurde es nach einer grundlegenden Modernisierung wiedereröffnet.

In den Kriegen, die derzeit geführt werden, wird das humanitäre Völkerrecht anscheinend durch alle Kriegsparteien weitestgehend missachtet. Wiederbesinnung auf die Entwicklung des Roten Kreuzes und, damit verbunden, des humanitären Völkerrechts, und Verbreitung des Wissens darum ist deshalb nötiger denn je.

Das erneuerte Henry-Dunant-Museum trägt dazu bei mit vielfältigen, modernen kommunikativen und didaktischen Methoden. Es richtet sich sowohl an Erwachsene als auch an Jugendliche, Kinder und Schulklassen. Themen sind nicht nur die Licht- und Schattenseiten von Henry Dunants Leben, sondern auch aktuelle Probleme der Völkerrechtsgeltung und der Tätigkeit des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). So wird auch dargelegt, dass das IKRK gegenüber Kriegsparteien strikt neutral sein muss, um sich für die Kriegsopfer einsetzen zu können, und dass es für diese Neutralität auch dann und wann kritisiert wird. Und es wird auf die Ländergesellschaften des Roten Kreuzes, des Roten Halbmonds und des Roten Kristalls auf allen Kontinenten hingewiesen.

Das Henry-Dunant-Museum in Heiden ist eine sehr verdienstvolle Leistung des Trägervereins und seines Freundeskreises sowie der Gemeinde Heiden, mit starker Unterstützung durch den Kanton Appenzell-Ausserrhoden, das Schweizerische Rote Kreuz und private Stiftungen. Es findet über die Landesgrenze hinaus Beachtung. Eine besondere Beziehung besteht zu Japan, versinnbildlicht in einer Replik der „Peace Bell“, einer Glocke, die in Nagasaki den Atombombenabwurf unbeschädigt überstand.

Möge die gelungene Modernisierung zu einem Schub der Beachtung dieses wichtigen Ortes der Wissensvermittlung und der Besinnung führen!

Link zur Homepage des Henry-Dunant-Museums.

Sehr lesenswert Eveline Hasler: „Der Zeitreisende. Die Visionen des Henry Dunant“ (Link zu einer Rezension)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Zwingt die „Appeasement“-Erfahrung den Westen, jetzt auf Kriegskurs zu gehen?

Die Wahrscheinlichkeit eines Kriegs des Westens gegen China und Russland steigt. Zwingt die Erfahrung des Scheiterns der „Appeasement“-Politik gegen Hitler zum Verzicht auf eine Friedenspolitik des Interessenausgleichs? Bevor dieser Schluss gezogen wird, sind genaue Überlegungen nötig, weshalb „Appeasement“ scheiterte und Hitler den Krieg mit eklatanten Erfolgen beginnen konnte.

Weiterlesen »

Deutschland, Italien, Grossbritannien: Schulterschlüsse für Kraftakte

„Alle gegen die AfD!“ – Kein neuer Duce für Italien! – Das Unterhaus will keinen ungeregelten Brexit und nimmt seine Entmachtung nicht hin. – Ja, es stimmt: Diese Schulterschlüsse sind keine Bündnisse auf Dauer, und „grosse Koalitionen“ sind sowieso ungesund für Länder und Koalitionsparteien. Aber die aktuellen Kraftakte müssen sein und verdienen grossen Respekt.

Weiterlesen »