Diese Doppelstrategie der SVP kann durchaus funktionieren. SP und Grüne haben sich in der Schweiz so weit nach links entwickelt, dass in zweiten Wahlgängen grosse Teile der Basis von FDP und Mitte in Majorzwahlen für die SVP-Kandidatur stimmen, wenn die verbleibende Gegenkandidatur von links kommt. Koalitionen wie in Deutschland zwischen FDP und RotGrün oder Union und RotGrün wären in der Schweiz undenkbar. Diese Radikalisierung ergibt sich aus der „Zauberformel“, die den Polparteien Ansprüche auf Regierungsbeteiligung gibt, ohne dass sie sich auf eine minimale Verständigung mit den andern Regierungsparteien einlassen müssen.
Die eingangs erwähnten Themen, die FDP und Mittepartei von der SVP trennen, werden aber trotzdem nicht ohne Bedeutung sein für die Wahlen. FDP und Mitteparteien gehen ein Risiko ein, wenn sie mit der SVP-Listenverbindungen abschliessen: Ein Teil ihrer Stammwählenden und ihrer potenziellen Neuwählenden werden keine FDP- oder eine Mitte-Liste einlegen, wenn sie damit riskieren würden, zu einem zusätzlichen SVP-Mandat beizutragen.
Siehe auch:
„‚Schulterschluss‘ und Listenverbindungen SVP & FDP werden unmöglich“ (Link)
„Die soziale Entwicklung wird die Wahlen stark beeinflussen – direkt und indirekt“ (Link)