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Was tun, damit Rüstungsfinanzierung mehrheitsfähig wird?

Neue ETH-Studie „Sicherheit“: Grosse Mehrheiten erkennen, wie gefährlich die Lage wurde, und bejahen militärische Verteidigung im Angriffsfall. Aber erst 29 Prozent sind damit einverstanden, dass für die notwendige Nachrüstung der Armee mehr Geld ausgegeben wird. Wenn Rüstungsvorlagen vors Volk kommen, ist somit ihre Ablehnung wahrscheinlich.

Wir haben es wieder einmal mit interaktiver Meinungs- und Willensbildung zwischen Politik und Basis zu tun. Die Ergebnisse dieser Studie sind nur scheinbar paradox. Sie  entsprechen dem, was die zauberformel-konkordanten BundespolitikerInnen dem Volk kommunizieren: Wir können und wollen uns nicht auf die Finanzierung einigen. Jede Interessengruppe, jede Partei bleibt sich selbst am nächsten – und meint, ihre Basis erwarte dies von ihr. Deshalb ziehen sie vor, dass die Armee unfähig bleibt, den schweizerischen Luftraum zu schützen, und dass sie einem Angreifer nur kurz Widerstand leisten könnte. Lassen wir den Verteidigungsminister leerlaufen – er soll den Kopf hinhalten für das Ungenügen von Armee und Sicherheitspolitik.

Will man ernsthaft versuchen, die Finanzierung künftiger Rüstungsvorlagen mehrheitsfähig zu machen, ist auch Rechnung zu tragen, dass eine Mehrheit erkennt: Militärischer Widerstand erfordert militärische Kooperation mit den europäischen Demokratien, konkret mit der Nato. Und dies ist vorzubereiten. Würde die schweizerische Sicherheitspolitik in dieser Hinsicht überzeugen, wäre dies auch der Bereitschaft zuträglich, ihre Stärkung zu finanzieren.

Link zur Studie „Sicherheit“.

Link zum Bericht in der NZZ vom 27.5.26

 

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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