Sie befinden sich hier:

Trumps Anti-EU-Politik und die Zölle auf Schweizer Produkten

Trump verfolgt das Ziel, die EU zu schwächen. Er könnte die Schweiz an die Seite von Orban und Fico drängen wollen, indem er ihr tiefe Zölle in Aussicht stellt.

Trump und seine Mitstreiter mischen sich hemmungslos in die Politik europäischer Demokratien ein. Vizepräsident Vance trieb vor den Bundestagswahlen Propaganda für die AfD, und vor den Präsidentschaftswahlen in Polen forderte Trump die Wählerinnen und Wähler auf, den EU-Gegner zu wählen, wenn ihnen an der Unterstützung der USA gelegen sei.

Dazu würde passen, dem Bundesrat zu signalisieren, wenn die Schweiz die Bilateralen aufgebe und als finanzstarke Partnerin an die Seite der EU-Gegner Orban und Fico trete, werde er die Zölle senken, vielleicht tiefer als jene, die er der EU auferlegt. Die Schweiz könne dann die Kohäsionsbeiträge an die EU einsparen und stattdessen Beiträge in eine Kampfkasse der EU-Gegnerstaaten bereitstellen, denen finanzielle Sanktionen der EU drohen.

Trump könnte mit einer positiven Reaktion der SVP auf eine solche Versuchung rechnen. Bereiten wir uns darauf vor.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Wer ist ein Euroturbo?

Für den Chefredaktor des „SonntagsBlicks“ sind Euroturbos diejenigen, die sich für eine vertragliche Stabilisierung der bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union einsetzen.

Weiterlesen »

Russland und der Westen: Wege aus dem Mentalitätskonflikt

Politik als Mentalitätsfrage: Die geopolitischen Konflikte der Gegenwart lassen sich nicht allein durch nüchterne Interessenpolitik erklären. Oft sind es historische Mentalitätsmuster und kulturelle Archetypen, die das Handeln von Staaten prägen. In den aktuellen Verhandlungen zwischen Russland, den USA, den westlichen Demokratien und der Ukraine spiegeln sich nicht nur tagespolitische Interessen, sondern auch lange Traditionslinien, wie sie von Fjodor Dostojewski oder Carl Gustav Jung bereits beschrieben wurden. – Beitrag des PolitReflex-Gastautors Dr. Ruedi Jeker*.

Weiterlesen »