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Swissmem für stillen Menschenrechtsdialog mit China – wie glaubwürdig ist das noch?

Die rasante Entfernung der Schweiz von EU-Europa trifft auch die Menschenrechtspolitik. Bei drohenden Marktanteilsverlusten in Europa hat der Ausbau des China-Geschäfts erste Priorität bekommen – und die Exportwirtschaft reagiert auf den politischen Tarif, den der chinesische Botschafter in der Schweiz kürzlich in rüdem Ton durchgab. In der NZZ* wendet sich ein Swissmem-Sprecher nun sogar dagegen, dass Umgehungsgeschäfte der EU-Menschenrechtssanktionen in der Schweiz verhindert werden.

„Auf öffentliche Belehrungen“ sei „zu verzichten“, schreibt Swissmem auf ihrer Homepage**, „viel wirksamer sind Diskussionen hinter den Kulissen. Swissmem fordert deshalb die rasche Wiederaufnahme des Menschenrechtsdialogs zwischen China und der Schweiz.“

Wirklich? Was bringt „Menschenrechtsdialog“ noch, wenn das eine Land dem andern alle von diesem verlangten Zeichen der Fügsamkeit aussendet? Das Wichtigste an diesem Vorschlag scheint zu sein, dass die Kontakte „hinter den Kulissen“ stattfinden sollen – damit nicht sichtbar wird, dass der Dialog nichts bringen kann, wenn er mit explizitem Menschenrechts-Dumping gegenüber der EU einhergeht.

Für wie naiv hält man die Beobachterinnen und Beobachter dieser Entwicklung? Menschenrechtsdialoge dürfen nicht zu Alibi-Aktivitäten verkommen. Besser vorerst gar nicht mehr als so.

Link zum NZZ-Bericht.

**  Link zu Swissmem

Mehr dazu:

„USA? China? Wie entwickeln sich die Voraussetzungen, Partnerschaften abseits der EU zu stärken?“ (Link)

„Gleich vier Mitglieder des Bundesrats erkunden in Peking die Ausbaufähigkeit der Beziehungen“ (Link).

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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