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China-Alarm – aber was denkt man sich in der Exportwirtschaft?

„Chinas Plan, die Welt zu unterwerfen“: So überschreibt die „NZZ am Sonntag“ am 28.6.2020 einen Bericht über ein amtliches Dokument. Es wurde durch eine aus China geflohene Kasachin bekannt gemacht, die in einem Arbeitslager für Uiguren als Lehrerin arbeiten musste. Es könnte darum gegangen sein, die Gefangenen durch die Botschaft dieses Dokuments von der unwiderstehlichen Macht der chinesischen Führung zu überzeugen, und sie so zur „Assimilation“ zu bewegen.

Der Bericht ist einer von vielen, mit denen derzeit China-Alarm geschlagen wird. Man darf sie nicht in den Wind schlagen, aber auch Quellenkritik ist – wie immer – wichtig. Dabei ist von beiden Konfliktseiten mit Kampagnen zu rechnen. China will zweifellos seinen Einfluss ausbauen, in den USA setzt Trump auf Gegen-Eskalation. Die EU und ihre Mitgliedstaaten, wohl mit Ausnahme einiger weniger, die sich China angenähert haben, suchen einen unabhängigen Weg zu Koexistenz.

Konzerne und Unternehmen lassen sich derweil nicht davon abhalten, heute und morgen, solange wie möglich und so gut wie möglich, Chancen im riesigen chinesischen Markt zu nutzen. Stellen sie auch ihre politischen Beurteilungen an? Sind sie taub für den Alarm, oder haben sie Gründe, ihn für verfehlt oder übertrieben zu halten?

Journalistinnen und Journalisten müssten auf grosses Interesse stossen, wenn sie europäische und schweizerische Firmenchefs, die weiterhin in China expandieren wollen, zum China-Alarm befragen würden.

Hierzu auch: „Wie werden sich die Beziehungen des Westens und der Schweiz zu China entwickeln?“  (Link zum Artikel).

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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