Wie gross wird der Anteil der heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sein, die in ein paar Jahren eine positive Haltung zur Demokratie haben und bereit sind, einen Teil ihrer Leistungsfähigkeit demokratischer Arbeit zu widmen? Wie gross wird der Anteil derer sein, die von demokratischer Mitwirkung nichts erwarten? Die Passivbürgerinnen und Passivbürger werden? Und wie gross der Anteil derer, die sich radikalisieren?
Die Jugend muss wirksam, sichtbar, spürbar an der Gestaltung der demokratischen Politik beteiligt werden. Das Potenzial junger Frauen und Männer, die bereits jetzt über politische Kompetenz verfügen, ist gross. Nutzen wir es! Frustrieren wir diese Menschen nicht, sondern geben wir ihnen zu erkennen, dass wir in ihnen die Zukunftsträgerinnen und Zukunftsträger unserer Demokratie sehen. Begegnen wir ihnen mit Respekt und trauen wir ihnen zu, schon jetzt, in ihrer Jugend, wertvolle Beiträge zur Weiterentwicklung von Gesellschaft und Staat zu leisten. Seien wir dabei risikobereit und fehlertolerant. Fehlentscheide, die junge Menschen treffen, sind insgesamt sicher nicht schädlicher als die Fehlentwicklungen, die ältere Menschen herbeiführen oder zulassen.
Wer ist gefordert, Nägel mit Köpfen zu machen? Die Behörden aller Stufen, die Parteien, Verbände, NGO’s. Bund und Kantone sollten sich durch Jungparteien-Konferenzen beraten lassen und mit ihnen Aufträge aushandeln.
Wann sitzt eine junge Frau oder ein junger Mann an einer Corona-Orientierung neben Bundesrat Berset und bringt die Erfahrungen und Bedürfnisse junger Menschen ein, als Vertreterin oder Vertreter des Beirats, den die Jungparteien vorschlagen? Wann sitzt eine Vertreterin oder ein Vertreter der Jugendarbeit neben dem Innenminister? Es ist egal, welcher Partei sie angehören. Das kann und soll wechseln. Wenn vom Konkordanzgedanken noch ein kleiner Rest lebendig geblieben ist, darf dies kein Hinderungsgrund sein.
* Link zum Brief von fünf Jungparteien an den Bundesrat.