Sie befinden sich hier:

Durch die Bezeichnung der Schweiz als Kriegspartei handelt die SVP gegen Landesinteresse.

Russland erachtet die Schweiz nicht mehr als neutral – und erhält kräftige Unterstützung von Christoph Blocher und seiner SVP: Die Schweiz sei jetzt „Kriegspartei“.

Dann wäre die Schweiz ja jetzt frei, die Ukraine in ihrem Überlebenskampf durch Lieferung von militärischem Material aller Art zu unterstützen – was wohl ganz im Sinne vieler Schweizerinnen und Schweizer wäre, und jedenfalls auch der Kommentatoren, die von der Schweiz aus die NATO zur Lieferung von Panzern und Kampfflugzeugen an die Ukraine auffordern.

Die SVP handelt gegen das Landesinteresse. Dieses bestünde darin, auf dem Recht jedes Staats, auch eines neutralen, zu bestehen, sich an Massnahmen gegen Verletzungen des Völkerrechts zu beteiligen, ohne dadurch zur Kriegspartei zu werden. Stattdessen verwischt man die Grenze zwischen Sanktion und militärischem Eintritt in einen Krieg.

Wie würde die SVP reagieren, wenn Russland aggressiv gegen die Schweiz vorginge? Würde sie dann sagen: Russland hat  das Recht dazu, denn die Schweiz ist sein Feind? Kriegszustand ohne Kriegserklärung?

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Bundesratswahlen: Mit dem Zahlenzauber ist es vorbei

Eine Partei, die neu in den Bundesrat will, beruft sich weiterhin auf ihre zahlenmässige Stärke in den Wahlen, im Nationalrat, wenn möglich in der Bundesversammlung. Aber mit dem Zahlenzauber ist es vorbei. Der Bundesrat wird jetzt nach sachpolitischen und strategischen Kriterien zusammengesetzt.

Weiterlesen »

„Asyl-Irrsinn?“ – Weshalb Marokko keine Zwangsrückführungen von Straftätern zulässt

Seit Tagen führt der „Blick“ eine Kampagne mit dem Schlagwort „Asyl-Irrsinn“. Anlass ist ein Fall eines marokkanischen Straftäters. Der Fall hat tatsächlich stossende Aspekte, denen nachzugehen ist. Unter anderem dieser: Im „Blick“ vom 19.9.2019 macht der Botschafter Marokkos in der Schweiz klar, dass die Weigerung Marokkos, Zwangrückführungen von Straftätern zuzulassen, ein Akt politischen Widerstands gegen europäische, speziell schweizerische Migrationspolitik ist.

Weiterlesen »

Zur „Masseneinwanderungsinitiative“ als Argument im Kampf um die Bilateralen III

Im Zusammenhang mit dem Stabilisierungspaket („Bilaterale III“) wird die Umsetzung der „Masseneinwanderungsinitiative (MEI)“ auch von namhaften Autoren als „demokratiepolitischer Sündenfall“ (Oliver Zimmer, NZZ 21.10. 25; Hansueli Schöchli, NZZ 23.10. 25) bezeichnet. Dabei wird oft zumindest unterschwellig der Eindruck erweckt, dies sei ein Akt politischer Willkür und bei gutem Willen wäre eine stringentere Umsetzung möglich gewesen. Alt-Nationalrat Kurt Fluri (FDP, Solothurn) hatte sich als Mitglied der nationalrätlichen Staatspolitischen Kommission nach der Annahme der MEI am 9. Februar 2014 bis zur Verabschiedung der Umsetzungsgesetzgebung am 16. Dezember 2016 sehr intensiv mit ihrer Umsetzung befasst. Im folgenden „PolitReflex“-Gastbeitrag nimmt er dazu Stellung.

Weiterlesen »