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„Musks Kampfansage“

Tageskommentar der bürgerlich-liberalen, wirtschaftsnahen „Frankfurter Allgemeinen (FAZ)“ am 30.12.24, verfasst von Friederike Haupt, Korrespondentin in der Parlamentsredaktion der FAZ. in Berlin.

Auszug aus dem FAZ-Kommentar von Friederike Haupt (Link):

„Der AfD-Politiker Maximilian Krah nennt Elon Musks Fürsprache für seine Partei einen „Gamechanger“. Hat er recht? (…) Allerdings ist Musks Intervention auch gar nicht in erster Linie eine Wahlempfehlung.

Sie ist eine Kampfansage, schon im Stil, der mehr an ChatGPT erinnert als an die Gedankenflughöhe von Visionären. Musks Stärke ist gerade nicht seine Ernsthaftigkeit, sondern seine Radikalität. Damit ist er der reichste Mann der Welt geworden, aber nicht nur das. „Er verkörpert Zukunft“, wie Krah zutreffend feststellt. Sein unternehmerischer Erfolg in den vergangenen Jahren lässt ihn modern erscheinen. So wie Musk müsse man heute sein, um in der Welt voranzukommen – dieser Schluss scheint vielen naheliegend. Dass dieser nun die AfD empfiehlt, bezieht die Partei in eine Allianz der selbst ernannten „Retter“ der Welt ein (nicht umsonst beschreibt Musk Deutschland als ein Land kurz vor dem Untergang), von denen einige schon an den Hebeln der Macht sitzen. Andere könnten folgen, lautet die Botschaft. Manchen in Deutschland dürfte das Mut machen.“

*

Von der NZZ, deren nominierter Ressortleiter International und bisherige „Feuilleton“-Chef Benedict Neff Stabschef des Springer-Chefs Mathias Döpfner war, darf angenommen werden, dass sie über den Springer-Konzern gut informiert ist. Es trifft also wohl zu, wenn sie in der Ausgabe vom 30.12.24 berichtet: „Eingefädelt von Mathias Döpfner, dem Chef des Medienkonzerns Springer, führte der Amerikaner seine AfD-Thesen in einem Gastbeitrag für die «Welt am Sonntag» aus.“

*

Alex Baur, Mitarbeiter der AfD-nahen „Weltwoche“ – mit AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel als ständiger Gastkolumnistin -, will bei X (vormals Twitter) Döpfners Vorgehen damit rechtfertigen, dass der „Tages-Anzeiger“ 1931 am 17. Dezembers 1931 auf der Frontseite einen Artikel Adolf Hitlers unter dem Titel „Was wollen wir Nationalsozialisten“ veröffentlichte. Mein Kommentar dazu:

In den frühen 30-er Jahren haben Viele das verbrecherische Wesen des Nationalsozialismus noch verkannt – und sahen es später ein. Auch beim Tages-Anzeiger. Wiederholen wir diese Fehlbeurteilung nicht gegenüber dem heutigen Rechtsextremismus. Nein zu dessen Verharmlosung, nein zu seiner Relativierung als politische Kraft wie jede Andere! Ja zu wehrhafter Demokratie!

Nehmen wir Warnungen von kompetenter Seite ernst: Warnungen der Nachfahren der Widerständigen gegen Hitler, und auch von Verantwortlichen für KZ-Gedenkstätten. AfD steht – auch – für Geschichtsrevisionismus. Mehr dazu: https://politreflex.ch/nachfahren-von-widerstandskaempferinnen-gegen-die-nazis-warnen-vor-der-afd/

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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