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Menschenorientierte Führung

Der Schweizer Offizier und Wissenschafter Rudolf Steiger, Autor des Werks „Menschenorientierte Führung“, trug damit zu einer Aufwertung des Respekts vor der Persönlichkeit der Geführten und zur Förderung ihrer Selbständigkeit bei. Er fand dafür Unterstützung, stiess aber auch auf Widerstände. Am 24. Januar 2026 ist er im achtzigsten Altersjahr gestorben.

Persönliche Vorbemerkung: Rudolf Steiger bleibt mir in Erinnerung als ein hochgeschätzter Freund, mit dem ich bis kurz vor seinem Tod einen für mich stets sehr wertvollen Austausch über politische und gesellschaftliche Entwicklungen pflegen konnte. Ich hatte ihn kennengelernt, als er Präsident der Offiziersgesellschaft Zürichsee rechtes Ufer und ich Vorstandsmitglied war.

Auszug aus dem Nachruf von Ulrich Zwygart und Daniel Lätsch in der NZZ vom 31. Januar 2026:

„(…) Mit seinem Buch «Menschenorientierte Führung» stiess er bei älteren Offizieren erst auf Ablehnung. Der damalige Ausbildungschef Rolf Binder erkannte aber das Potenzial des Buches und erklärte die «MoF» zum Reglement der Armee. Damit begründete Steiger einen Führungsstil, bei dem zwar der Auftrag im Zentrum steht, die Grundprinzipien zwischenmenschlicher Kommunikation aber nicht zu kurz kommen dürfen. Damit wurde er zum auch über die Landesgrenzen hinaus bekannten Militärpädagogen.

Die wissenschaftlichen Erfolge brachten Steiger die Ernennung zum Professor an der ETH ein, die Wahl zum Vizedirektor der Militärischen Führungsschulen und auf 2001 zum Direktor unter gleichzeitiger Beförderung zum Brigadier. Es ist Steigers Verdienst, dass 2002 die Militärakademie an der ETH Zürich gegründet wurde. Er setzte sich dafür ein, dass mit dem Master in Security Policy and Crisis Management ein Lehrgang von Armee und ETHZ gemeinsam entwickelt und ab 2007 durchgeführt wurde. (…)

Mit seinem Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein war Rudolf Steiger ein Vertreter der protestantischen Ethik. Er war auch sozial engagiert, beispielsweise in der Kirche und in der Drogenszene, wo er viele Nächte persönlich in der Notschlafstelle verbrachte. Seine Familie bedeutete ihm alles. Seine Freunde und Kameraden verlieren mit seinem Tod ein menschliches und wissenschaftliches Vorbild. Mit ihnen trauern viele Offiziere, die von seinen Büchern und Vorträgen inspiriert wurden.

Am 24. Januar 2026 ist der frühere Professor und Brigadier Rudolf Steiger nach längerer, schwerer Krankheit im 80. Altersjahr verstorben.“

 

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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1 Kommentar

  1. Frage ich mich, wer von den vielen Lehrern, Lehrerinnen, Instruktoren, Vorgesetzten, Dozenten und Begleitern mich mit Wirkung über Jahre geprägt haben, dann fällt mir Brigadier Steiger ebenso ein wie eine Lehrerin in der fünften Klasse.
    Bei Steiger war es das Buch, das Lehrmittel in der Offizersschule, dann aber waren es auch zwei, drei (militärische) Lehrer, Vorgesetze, die das Mantra „man muss Menschen mögen“ (vor-) gelebt hatten und so zum Vorbild wurden. Und ja, ich denke schon, dass einiges vom „mmMm“ auch mein Verhalten direkt und indirekt beeinflusste…
    David-André Beeler, Oberst aD

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