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Uiguren: Einsatz des Westens ohne Unterstützung islamischer Staaten.

Der Einsatz für die Uiguren, insbesondere der Einsatz der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten, hat zu einem eskalierenden Konflikt mit China geführt. Menschenrechtspolitik ist kompromissfeindlich. Aber es ist nicht selbstverständlich, dass die europäischen Demokratien die Frontstellung des Kampfes für die Rechte dieses muslimischen Volkes einnehmen, wenn sie aus der islamischen Welt nicht unterstützt werden.

Für Chinas globale Machtstrategie ist die Unterstützung islamischer Länder wichtig. Deshalb ist es nicht unwahrscheinlich, dass Beijing auf Proteste aus diesen Ländern nicht so gleichgültig und konfrontativ reagieren könnte wie auf Proteste aus dem Westen, die es in seiner Weltsicht und in seiner Propaganda ohne Weiteres als feindliche Aktivitäten zurückweisen und zur Demonstration seiner Unantastbarkeit nutzen kann.

Ist das ein Thema in den Beziehungen zwischen der EU und ihren Mitgliedstaaten einerseits, islamischen Staaten und Staatengruppen anderseits? Könnte es auch ein Thema sein im interreligiösen Dialog innerhalb europäischer Länder?

Die Informationslage über die Gleichgültigkeit und Passivität islamischer Länder in der Uigurensache und ihre bedenkenlose Zuwendung zu China ist eindeutig. Beispiele:

Christian Weisflog, NZZ: „Die Beziehungen zu China sind den Arabern wichtiger als die Uiguren.“ (Link)

Philipp Scholkmann, SRF: „Unterdrückung der Uiguren. Erdogans Kritik an China verstummt.“ (Link)

Christoph Hein, Frankfurter Allgemeine: „Wie China Krisenstaaten an sich bindet. China baut seine Macht in Pakistan und Iran mit sehr viel Geld aus. Selbst das Schicksal der Uiguren scheint die beiden strategisch wichtigen Länder wenig zu kümmern.“ (Link)

Martin Gehlen, Die Zeit: „Uiguren: Auf die Islamische Welt können sie nicht hoffen.“ (Link)

Deutsche Welle: „Keine Kritik aus islamischen Ländern an China.“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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