Sie befinden sich hier:

Der Gewerkschaftsbund vertraut auf die Wettbewerbskraft der Schweiz.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund kann nicht verkennen, dass die Entwicklung von Beschäftigung und Löhnen auch durch den Zugang schweizerischer Produkte und Dienstleistungen zum europäischen Markt beeinflusst wird. Trotzdem lehnt er, wie sein Chefökonom Daniel Lampart in der SonntagsZeitung vom 7.2.21 klarmacht, das Institutionelle Rahmenabkommen definitiv ab und nimmt damit nichttarifäre Handelshemmnisse in Kauf. Das zeugt von starkem Vertrauen in die Wettbewerkskraft der Schweiz.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) ist offenbar überzeugt davon, dass Beschäftigung und Löhne in der Schweiz höchstens unwesentlich beeinträchtigt werden, wenn künftig Industrie und Dienstleister der Schweiz mit ihren Angebote an Europa vermehrt nichttarifäre Handelsschranken überwinden müssen. Dies lässt sich kaum anders erklären als damit, dass beim SGB Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis schweizerischer Produkte und Dienstleistungen als nahezu unanfechtbar wettbewerbsstark betrachtet werden.

Der SGB versenkt nun also das InstA, gemeinsam mit der SVP, weiten Teilen der bürgerlichen Parteien und zwei neu aufgetretenen Unternehmerorgaisationen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich seine Beurteilung der schweizerischen Wettbewerkskraft als richtig erweist. Wir werden es erfahren. Die Zeit des Spekulierens und Behauptens geht zu Ende.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Wenn Schweizer im Ausland gegen Unrecht in den Krieg ziehen.

Wenn sich Schweizer und vielleicht auch Schweizerinnen der «Internationalen Legion der Territorialverteidigung der Ukraine» anschlössen, die der ukrainische Präsident Selenski geschaffen hat, träten sie in die Fussstapfen der Spanienkämpfer: Jener Schweizer, die 1936-39 die spanische Republik in ihrem letztlich erfolglosen Kampf gegen die Revolte des faschistischen Generals Franco unterstützten. Viele von ihnen wurden nach ihrer Rückkehr in die Schweiz bestraft. 2009 beschlossen die Eidgenössischen Räte ihre Rehabilitierung.

Weiterlesen »

Wie gefährlich ist die russische Armee?

Es breitet sich die Meinung aus, der Verlauf des Ukraine-Kriegs offenbare, dass die russische Armee stark überschätzt worden sei. Tatsächlich legen auch kompetente Militärfachleute Schwächen dar, vor allem in Logistik und Führung. Es wäre aber voreilig und gefährlich, die Kampfkraft der russischen Armee definitiv herabstufen zu wollen.

Weiterlesen »