Buttigieg kann mit seinen gemässigten Positionen Wählerinnen und Wähler in der Mitte, Wechselwählerinnen und Wechselwähler gewinnen. Als ehemaliger Bürgermeister und als Offizier, der in Afghanistan Dienst leistete, könnte er Erfahrungen und Leistungen geltend machen, die seiner Glaubwürdigkeit als Präsidentschaftskandidat zuträglich wären. Offenbar hat er eine leistungsfähige Kampagnenorganisation aufgezogen, was ebenfalls für Führungs- und Strategiekompetenz spricht. Bemerkenswert ist, dass seine Homosexualität seiner Kandidatur bisher nicht zum Nachteil gereichte. Ob dies so bliebe, wenn für ihn der Vorwahlkampf in der Regenbogenpartei zu Ende wäre und die Hauptrunde begänne, ist schwer vorhersehbar; Trump hat Anhänger, die vor einer Schlammschlacht nicht zurückscheuen.
Möglich bleibt, dass Buttigieg noch durch einen anderen Gemässigten verdrängt wird, oder dass sich doch noch die Sanders-Dynamik durchsetzt. Wer nominiert wird, muss durch die Wahl der Kandidatin oder des Kandidaten für die Vizepräsidentschaft den Teil der Partei mobilisieren, dem er oder sie selber nicht angehört. Das könnte im Fall Buttigeigs durchaus eine der weiter links stehenden Frauen sein – oder, wenn Sanders nominiert wird, Buttigeig.