Sie befinden sich hier:

Atomkriegsgefahr – wir müssen mehr wissen

Es geht um die Vorbereitung des Bevölkerungsschutzes.

„(…) Auch in den Regierungszentralen hält man das Undenkbare nicht für gänzlich unmöglich: dass ein auf dem Schlachtfeld und an der Heimatfront unter Druck geratener Putin in Versuchung geraten könnte, die Ukrainer mit einem nuklearen Schlag, etwa in der Westukraine, nicht nur aufzuhalten, sondern gleich zur Kapitulation zu zwingen. (…)“

Aus: „Von Putin nicht erpressen lassen“, in „Frankfurter Allgemeine“ 22.9.22.

*

Es wird dringend, dass  Politik und Bevölkerung mehr und differenzierter über die Nah- und Distanzwirkung von Atomwaffen informierter werden. Zum Beispiel: Die Wirkung sogenannt taktischer Atomwaffen im Vergleich zu strategischen. Aus militärtechnologischen Fachkreisen vernahm man früher, die vernichtende Wirkung taktischer Atomwaffen sei vergleichbar mit derjenigen der Bomben auf Hiroshima und Nagasaki. Jetzt liest man wieder eher Verharmlosendes. Was gilt?

Was die Distanzwirkung, die Wirkung über das „Gefechtsfeld“ hinaus betrifft, ist auch der Vergleich zu schweren zivilen Atomunfällen von Bedeutung. Noch wissen wir, dass „Tschernobyl“ weit Richtung Westen strahlte, Nahrungsmittel beeinträchtige (Pilze, Wildfleisch), und die Verstrahlung nicht so bald verschwand. Noch ist erinnerlich, dass sich eine Schweizer Mutter für ihr Baby aus Angst davor, dass Schweizer Kühe verstrahltes Gras gefressen haben könnten, sogar um Milchpulver aus den USA bemühte… Man sollte für alle Fälle das Unterscheiden realistischer und übertriebener Gefahren erleichtern.

Siehe auch:

„Ist die Bevölkerung über die Schutzvorkehrungen im Fall eines Atomkriegs informiert?“ (Link)

„Könnte Putin dem Beispiel folgen, das US-Präsident Harry Truman gab?“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Zur Atomkriegsgefahr – Fragen an die Strategie-Fachwelt

Die ersten und bisher einzigen Atomwaffeneinsätze – auf Hiroshima und Nagasaki – fanden abseits des Kontinents statt, von dem her sie ausgeführt wurden. Von welcher Bedeutung ist für einen rationalen Entscheid über einen Atomwaffeneinsatz das Kriegsziel des Angreifers, das angegriffene Territorium zu besetzen, das darauf lebende Volk und seine Wirtschaft auszubeuten – und vielleicht auch, wie Hitler, dem eigenen Volk „Lebensraum“ zu erschliessen? Und wann setzt der Verteidiger Atomwaffen ein?

Weiterlesen »

Nach dem Nein zur Medienförderung.

Es ist sicher vernünftig, jetzt mit Gegnerinnen und Gegnern, die sich hierzu bereit erklärt haben, über eine neue Vorlage zu beraten, die weniger Angriffsflächen als die abgelehnte aufweisen soll. Bis aber eine neue Vorlage – wenn überhaupt – entscheidungsreif würde, könnten Jahre verstreichen.

Weiterlesen »